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Chirurgie II - Koloproktologie
Das aktuelle Thema
Dickdarm- und Mastdarmkrebs
(Kolorektales Karzinom) Das kolorektale Karzinom ist die zweithäufigste Krebserkrankung der Frau (nach dem Brustkrebs) und des Mannes (nach dem Lungenkrebs). Etwa 15 % aller Krebstodesfälle sind auf diesen Tumor zurückzuführen. Der Darmkrebs tritt zu 95 % nach dem 50. Lebensjahr auf. In Deutschland erkranken jährlich etwa 30000 Frauen und 25000 Männer neu an Darmkrebs. Ein 50-jähriger wird mit 5-prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb seines Lebens ein kolorektales Karzinom bekommen. Ursache: Ernährung Wahrscheinlich Einfluss auf die Krebsentstehung: Fettreiche und ballaststoffarme Kost. Möglicherweise Einfluss auf die Krebsentstehung: Krebserregende Stoffe aus der Umwelt bzw. der Nahrung, wie beispielsweise fäkale Pentaene oder heterozytische Amine (gegrilltes Fleisch!). Bierkonsum (Rektumkarzinom), mangelhafte Zufuhr von Selen. Ein Schutz vor der Entwicklung des Darmkrebses lässt sich wahrscheinlich erreichen durch eine regelmäßige ballaststoffreiche Kost. Möglicherweise wirken Calzium, Vitamin-A-reiche Ernährung, Vitamin C und E protektiv. Sicher protektiv wirken Aspirin und nicht steroidale Antirheumatica. Dennoch ist die regelmäßige Einnahme dieser Medikamente als Vorbeugung wegen der möglichen Nebenwirkungen bisher nicht etabliert. Ursache: Genetische Veränderungen Bei einer Mutation von Zellen der Keimbahn treten vererbbare Formen des kolorektalen Karzinoms auf wie beispielsweise eine familiäre adenomatöse Polypose (FAP), die mit 100%iger Sicherheit zur Entwicklung eines Karzinoms führt. Wir kennen aber auch Familien mit gehäuft auftretenden Krebserkrankungen, die dennoch nicht vererbt sind. So liegen beim hereditären, nicht polypös wachsenden kolorektalen Karzinom (HNPCC) globale Störungen der DNA-Reduplikation vor, die zur frühzeitigen Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms und anderer Organkrebse führen können. Vorsorgeuntersuchungen sind möglich Bei den familiär auftretenden Formen des Darmkrebses verläuft die Entwicklung schneller. Bei entsprechenden Risikopatientin sind darum häufigere Vorsorgeuntersuchungen notwendig. Diagnostik des kolorektalen Karzinoms Vor der Therapie erfolgt zusätzlich noch die Röntgenuntersuchung der Lunge sowie die Ultraschalluntersuchung der Leber zum Ausschluss von Tochtergeschwülsten des Darmkrebses. Weitere Maßnahmen sind nicht zwingend erforderlich, gelegentlich kann eine Computertomographie des Becken beim Mastdarmtumor noch zusätzlich Informationen geben. Therapie des Dickdarmkrebses Therapie des Mastdarmkrebses
Bei der Mastdarmentfernung unter Erhalt der Schließmuskulatur resultiert im Idealfall ein ungestörtes Kontinenzverhalten. Es ergeben sich gelegentlich aber Probleme bzgl. der Heilung der Darmnaht. Wenn es dann zu einer Schrumpfung der Darmnaht kommt, kann die Haltefähigkeit eingeschränkt sein. Im Idealfall führt die Mastdarm- oder Dickdarmteilentfernung nicht zu einer wesentlichen Veränderung des Stuhlverhaltens. Wenn der Schließmuskelapparat nicht erhalten werden kann (sog. abdomino-perineale Rektumamputation) wird ein künstlicher Ausgang (Anus praeter) erforderlich. Hierfür sind spezielle Versorgungssysteme entwickelt worden, da am künstlichen Darmausgang keine Schließmuskulatur vorhanden ist, die die Kontinenz gewährleistet. Die Notwendigkeit der Anlage eines künstlichen Darmausgangs konnte in den letzten Jahrzehnten durch moderne operative Techniken reduziert werden. Für die Versorgung des künstlichen Darmausgangs stehen speziell ausgebildete Schwestern und Pfleger (Stomatherapeuten) zur Hilfe und Beratung zur Verfügung. Nachbehandlung nach Darmoperationen Beim Dickdarm- und Mastdarmkrebs kann aus tumortaktischen Gründen eine Nachbehandlung sinnvoll sein. Diese Nachbehandlung erfolgt beim Dickdarmkrebs in der Regel als eine sogenannte Chemotherapie unter Verwendung mehrerer Chemotherapeutika. Beim Mastdarmkrebs erfolgt die notwendige Nachbehandlung als Kombination einer Bestrahlungsbehandlung und gleichzeitiger Chemotherapie. Die Bestrahlungsbehandlung erfolgt dabei im Bereich des Beckens und der Lymphabflussbahnen am Beckeneingang. Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften haben Empfehlungen festgelegt für die Durchführung dieser sogenannten adjuvanten Chemotherapie bzw. Radio-Chemotherapie. Es ist darum nicht so, dass in allen Fällen im Anschluß an die Operation eine solche zusätzliche Therapie erforderlich ist. Die adjuvante Therapie ist den etwas fortgeschritteneren Stadien der Tumorerkrankung vorbehalten. Im Zweifelsfalle wird über die Durchführung einer solchen Therapie in Absprache mit dem Onkologen entschieden. Beim weit fortgeschrittenen Mastdarmkrebs kann es sinnvoll sein, die Bestrahlung und Chemotherapie vor der geplanten Operation durchzuführen (neoadjuvante Radio-Chemotherapie). Es kommt auf diese Weise zu einer Verkleinerung des Tumors, der dann anschließend effektiver und radikaler operiert werden kann. Eine solche neoadjuvante Radio-Chemotherapie ist aber immer nur als erster Therapieschritt vor einer Operation geplant und nicht als alleinige Therapiemaßnahme ohne nachfolgende Operation. Schwerpunkte Stoma- / Wundtherapie Aktuelles Thema Fortbildungsreihe Kontakt
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