15.05.2008 | Michael Bührke

Die Veranstalter schienen den Nerv der Besucher getroffen zu haben, bis auf den letzten der über 100 Plätze war das Patientenseminar in der Raphaelsklinik zum Thema „Das künstliche Kniegelenk“ besetzt. Experten aus unterschiedlichen Abteilungen informierten über die Ursachen des Gelenkverschleißes, die Möglichkeiten moderner Chirurgie, Pflege und Schmerztherapie sowie über den Weg zur Rehabilitation.

Ab wann ist der künstliche Gelenkersatz unvermeidbar? Welche OP-Verfahren stehen heute zur Verfügung? Wie sind künstliche Kniegelenke aufgebaut, aus welchen Materialien bestehen sie und wie funktionieren sie? Über all diese Fragen informierte die Ärztin Dr. Yvonne Kollrack zu Beginn.

Einer weit verbreiteten Angst unter Patienten begegnete die Anästhesieschwester Petra Ueckermeier: „Alle Tupfer werden vor und nach der Operation von zwei Personen gezählt, es kann also nichts im Patienten zurück bleiben.“ Auch die Instrumente haben einen festen Platz im sterilen Container, ein fehlendes Gerät würde somit sofort auffallen.
Die Physiotherapeutin Ursula Niet schilderte anhand eines kurzen Films die krankengymnastischen Übungen, die nach einer Operation im Krankenhaus durchgeführt werden. Elisa Buddenberg ist als „Pain nurse“ die Expertin für Schmerzmanagement in der Raphaelsklinik. Für sie ist klar, dass Schmerzen die Heilung behindern und eine gezielte Schmerzbehandlung von großer Bedeutung für den Patienten ist.

Der Chefarzt der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Priv.-Doz. Dr. Gunnar Möllenhoff, empfahl den Zuhörern, nicht zu lange mit der Operation zu warten, da anhaltende Schmerzen im Knie oft zu einem „schiefen“ Gangbild führen, das weitere Gelenke wie die Hüfte oder den Rücken schädige. Zwischen 250 und 300 künstliche Kniegelenke werden pro Jahr in seiner Klinik implantiert. Nach der Operation empfiehlt der Chefarzt Sportarten, die das Gelenk zwar bewegen aber nicht belasten. „Fahrradfahren ist optimal, da das Körpergewicht auf dem Sattel lastet, während die Knie gleichmäßig durchbewegt werden“, rät der Chirurg. Auch Schwimmen oder Nordic Walking seien zu empfehlen. Vermieden werden sollten hingegen alle Betätigungen, die mit plötzlichem Beschleunigen und Abbremsen verbunden sind wie Handball oder Fußball.
Das nächste Patientenseminar in der Raphaelsklinik findet am 28. Mai statt und widmet sich dem künstlichen Hüftgelenk. Informationen gibt es unter 0251.5007-4094, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

 
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