3. Endoprothetik-Forum auf Gut Havichhorst

[17.03.2006]

Rund 300 Chirurgen und Orthopäden aus ganz Deutschland treffen sich am 17. und 18. März anlässlich des dritten Endoprothetik-Forums der Raphaelsklinik auf Gut Havichhorst im Nordosten Münsters, um sich über die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet des künstlichen Gelenkersatzes zu informieren. Namhafte Experten aus Deutschland, Großbritannien und Dänemark widmen sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig dem Thema Revisions-Endoprothetik, also dem Austausch von künstlichen Gelenken.

Viele Kliniken sehen sich heute fundamentalen Problemen ausgesetzt, die über die weitere Zukunft und das Fortbestehen entscheiden. Die Einführung von Mindestzahlen und der integrierten Versorgung sowie die Abrechnung unter DRG-Bedingungen (Fallpauschalen) führen zu Konsequenzen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar sind.

Wirtschaftliche Zwänge bestimmen in vielen Bereichen das Handeln der Ärzte. Für die sehr kostenintensive Revisions-Endoprothetik trifft dies in besonderem Maße zu. Knie- und Schulterendoprothetik haben in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung erfahren. Die Zahlen der jährlich vorgenommenen Erst-Implantationen zeigen einen ungebremsten Anstieg. So haben sich die Zahlen der jährlich eingepflanzten künstlichen Gelenke zum Beispiel bei Schulter- oder Knieprothesen von 2002 bis 2004 nahezu verdoppelt. Einerseits ist diese Tatsache positiv zu werten, zeigt sie doch, dass es zunehmend gelingt, Menschen mit fortgeschrittenem Gelenkverschleiß ihre Mobilität und Beweglichkeit zurückzugeben. Andererseits nimmt die Zahl der Komplikationen und Revisionseingriffe bei steigenden Erstimplantationen linear zu.

Die Medizin ist also im Sinne der Patienten - aber auch aus wirtschaftlicher Notwendigkeit - gefordert, sich nicht nur mit neuen Implantaten, Techniken und Designs zu beschäftigen, sondern auch das Komplikationsmangement und die Revisionsendoprothetik in den Blickpunkt zu rücken.