Am 1. Februar startet die neue Notdienstpraxis in der Raphaelsklinik!

[13.01.2011]

Am 12. November 2010 brachte der Postbote den unterzeichneten Vertrag. Jetzt hatte es die Raphaelsklinik Schwarz auf Weiß: Ab dem 1. Februar wird in ihren Räumen die neue Notdienstpraxis für den Raum Münster eingerichtet! Ab dann können erwachsene Patienten außerhalb der Praxiszeiten ihrer Hausärzte in den Räumen der Zentralen interdisziplinären Aufnahme (ZiA) Hilfe finden. Die Notdienstversorgung von Kindern erfolgt im Clemenshospital.
Grundlage ist die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) zur Neuordnung der Notdienste im ländlichen Raum, um die Landärzte zu entlasten und auch in kleineren Gemeinden eine angemessene Versorgung zu gewährleisten. Hintergrund: Auf dem Land ist die Ärztedichte deutlich geringer als in der Stadt, beim bisherigen rotierenden System fallen also deutlich mehr Notdienste pro Praxis an als in der Stadt, in der sich wesentlich mehr Ärzte die Notdienstzeiten aufteilen. Dieser Umstand würde laut KVWL die Attraktivität der Landarzttätigkeit zusätzlich verringern. Sollte dem Patienten die Anreise zur Notfalldienstpraxis nicht möglich sein, kann über die landesweit einheitliche Rufnummer 0180-50 44 100 ein Fahrdienst angefordert werden, der den Arzt dann zum Patienten nach Hause bringt.
Insgesamt wurden in Westfalen-Lippe 32 gemeindeübergreifende Notdienstbezirke mit insgesamt 67 Notdienstpraxen geschaffen, die grundsätzlich an einem Krankenhaus angesiedelt sind. KVWL und Kliniken erhoffen sich daraus deutliche Synergieeffekte.
Seit die ersten Informationen im Mai 2009 an die Presse durchsickerten, wurde das Thema öffentlich kontrovers diskutiert. Als größte Sorge von Ärzten und Bürgern kristallisierte sich das Problem der längeren Anfahrtswege heraus. Diesen Befürchtungen begegnete die KVWL mit dem Hinweis auf den neu eingerichteten Fahrdienst für Hausbesuche und internen Berechnungen, nach denen für 90 Prozent der Bevölkerung die Fahrstrecken zur Notdienstpraxis maximal 20 Minuten betragen sollen.
Laut Dr. Rainer Nierhoff, Bezirksstellenleiter der KVWL, haben sich Münsters Hausärzte während der langwierigen Verhandlungen mit deutlicher Mehrheit für die Raphaelsklinik als zukünftigem Standort ausgesprochen. Sie rechnen mit rund 100 Patienten alleine am Wochenende und schätzen die zentrale Lage der Klinik, die mit dem PKW und dem öffentlichen Nahverkehr leicht zu erreichen ist. Räumlich wird die Notdienstpraxis im modernen Elektivbereich der Zentralen interdisziplinären Aufnahme (ZiA) angesiedelt sein, der Weg wird ab dem Haupteingang deutlich ausgeschildert werden.

Die KV-Notfallpraxis in Münster ist 68 Stunden pro Woche geöffnet. Die Praxiszeiten sind:
Mo., Di., Do. 18 - 22 Uhr; Mi. & Fr.  13 - 22 Uhr sowie Sa., So. & feiertags 8 - 22 Uhr

Die Raphaelsklinik ist nicht die Betreiberin der neuen Praxis sondern stellt lediglich die Räumlichkeiten zur Verfügung. In ihnen sind niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in einem rotierenden Dienstplansystem tätig. Für das Innenstadtkrankenhaus ist die Beherbergung einer Notdienstpraxis nicht neu, unter anderen Vorzeichen existierte eine ähnliche Einrichtung bereits vor knapp zehn Jahren.

Link zur Seite des Notfalldienstes

(Michael Bührke)