Dr. Frank Lieder, Prof. Dr. Claus Spieker und der Verwaltungsdirektor der Raphaelsklinik, Andreas Mönnig (v. l.) freuen sich auf die Gäste des Aktionstages am Samstag

Beherztes Eingreifen beim Herzinfarkt

[06.11.2012]

Es war vor ein paar Monaten auf Gleis 6 des münsterschen Hauptbahnhofes, wo das Leben einer jungen Mutter fast zu Ende gewesen wäre. Ihr Herz hörte einfach auf zu schlagen, als sie auf den Zug nach Hiltrup wartete. Glücklicherweise waren die Rettungskräfte sehr schnell vor Ort, die Patientin wurde wiederbelebt und kam sofort in die Raphaelsklinik, wo sie mit einem Herzkatheter behandelt wurde. „Keiner der vielen Menschen auf dem Bahnsteig traute sich, mit der Herzdruckmassage zu beginnen“ schildert der Kardiologe Dr. Frank Lieder und macht klar, dass die Frau nur noch lebt, weil die professionellen Helfer dank der zentralen Lage des Bahnhofs sehr schnell eingetroffen sind.

Um über die unterschiedlichen Ursachen von Herzerkrankungen und die Maßnahmen zur schnellen Hilfe zu informieren, veranstaltet die Raphaelsklinik am Samstag, 10. November, von 11 bis 13 Uhr in ihrem Foyer unter dem Titel „Herz in Gefahr“ einen öffentlichen Aktionstag. Nach den Vorträgen, bei denen neben den Experten der Raphaelsklinik auch der leitende Notarzt der münsterschen Berufsfeuerwehr, Dr. Andreas Bohn, und der niedergelassene Kardiologe Dr. Christian Fechtrup zu hören sein werden, besteht die Möglichkeit, in kleinen Gruppen unter professioneller Anleitung die Herzdruckmassage an speziellen Puppen zu üben.

„Viele Menschen haben Angst, durch die Herzdruckmassage einen Schaden zu verursachen“ erläutert der Chefarzt der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Claus Spieker. Der größte Schaden entsteht allerdings, wenn man gar nichts macht, da sind sich die Mediziner einig. Hemmungen hätten viele Menschen, wenn es um die Beatmung gehe „Internationale Leitlinien legen inzwischen fest, dass eine Mund-zu-Mund-Beatmung nicht unbedingt notwendig sei“ beruhigen die Mediziner.

„Wichtig ist uns auch, die vielfältigen Ursachen für eine Herzerkrankung stärker ins Bewusstsein zu rücken“ sagt Spieker und nennt Alkoholkonsum, Rauchen, zu hohen Blutdruck, Übergewicht, Diabetes, Stress und Bewegungsarmut als häufigste Verursacher. Aber auch verschleppte Entzündungen wie eine einfache Mandelentzündung könnten den Herzmuskel schädigen.

Die Teilnahme am Aktionstag und an den Wiederbelebungskursen ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig.

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