Besucher aus Finnland besichtigen modernes Hochregallager

[01.12.2005]

Als die Raphaelsklinik gegründet wurde, hätten es sich die Erbauer vermutlich nicht einmal im Traum einfallen lassen, dass rund 100 Jahre später in dem ehrwürdigen Gebäude in sieben modernen OP-Sälen verteilt auf zwei Etagen zeitgleich die unterschiedlichsten Eingriffe am Patienten vorgenommen werden.

Die baulichen Einschränkungen waren für den technischen Leiter der Klinik, Friedrich Ernst, während der Modernisierung und Erweiterung des OPs vor zwei Jahren eine große Herausforderung. Schließlich sollte garantiert sein, dass in jedem OP-Saal innerhalb kürzester Zeit für jede Operationsform die richtigen sterilen Instrumente vorliegen. „Wir machten aus der Not eine Tugend und überlegten gemeinsam mit der Firma Kardex, wie ein computergesteuertes industrielles Hochregallager für den Einsatz im Krankenhaus angepasst werden kann. Das Ergebnis ist in dieser Form einmalig “ begeistert sich Ernst. Die Instrumente werden in der Zentralsterilisation im Untergeschoss der Klinik in speziellen Behältern zusammengestellt. Für jede OP gibt es die dazugehörigen Container. Diese werden durch eine Schleuse in das Hochregallager gebracht, das wie ein Fahrstuhl aufgebaut ist. Innerhalb weiniger Sekunden stehen die passenden Instrumente dem Personal auf Knopfdruck zur Verfügung. Schleusen und ein Überdruck im inneren des Lagerschachtes verhindern das Eindringen von Staub und Schmutz.

Die OP-Koordinatorin Angelika Witte schildert die Vorteile des Systems: „Das Hochregallager garantiert die wirtschaftliche Auslastung der OPs, da wir in allen Sälen alle Operationen durchführen können. Außerdem sind die Behälter mit dem Sterilgut anders als bei herkömmlichen Regalen immer in der gleichen Höhe. Dadurch ergibt sich eine rückenschonende und ergonomische Arbeitsweise.“ Da diese Lagertechnik europaweit einzigartig ist, erhielt die Raphaelsklinik nun Besuch einer Delegation aus Finnland, bestehend aus technischen Leitern und Anästhesiepersonal unterschiedlicher Krankenhäuser, die sich über die Funktion vor Ort informierten. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen bei der Modernisierung finnischer Krankenhäuser zum Tragen kommen.