Bildgestützte Navigation revolutioniert OPs beim künstlichen Gelenkersatz

[01.08.2003]

Knie- und Hüftimplantationen zählen zu den häufigsten orthopädischen Eingriffen. Rund 150.000 künstliche Hüften und 60.000 Kniegelenke werden in Deutschland pro Jahr eingesetzt. Höhere Präzision bei diesen Eingriffen und verbesserte klinische Ergebnisse sind deshalb das zentrale Anliegen von Priv.-Doz. Dr. Gunnar Möllenhoff, Chefarzt der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Um dieses Ziel zu verwirklichen, setzen die Chirurgen der Raphaelsklinik jetzt das 3D-Navigationssystem VectorVision compact der BrainLAB AG ein.

Erste Studienergebnisse haben gezeigt, dass mit dieser computergestützten Operationstechnik präzisere Eingriffe möglich sind als mit herkömmlichen Techniken. Die Raphaelsklinik ist bislang das einzige Klinikum in Münster, das seinen Patienten die Behandlung mit Navigationstechnologie in der Knieendoprothetik anbietet. Mit dem computergesteuerten Operationssystem lässt sich der chirurgische Gelenkersatz durch bildgestützte Navigation optimieren. Mit Hilfe des Systems kann der Einsatz des Implantats zuvor genau geplant und das Ergebnis vor Abschluss der OP am Computer durch Simulation überprüft werden. Während des Eingriffs kann der Chirurg die Bewegung seiner Instrumente in Echtzeit am Computerbildschirm verfolgen und sieht außerdem, ob die Prothese entsprechend der vom System errechneten Beinachsen positioniert wurde.

Das Ergebnis: Höhere Genauigkeit im Kniegelenksersatz und damit besserer Sitz der Prothesen. Darüber hinaus kann der Patient dank der verbesserten Positionierung von einer längeren Lebensdauer der Implantate profitieren. Im März kommenden Jahres wird die Unfallchirurgische Abteilung der Raphaelsklinik ein Symposium veranstalten, auf dem führende Unfallchirurgen und Orthopäden aus dem gesamten deutschsprachigen Raum sich in Münster versammeln werden, um die vorliegenden Ergebnisse und Zukunftsperspektiven dieser Technologie zu diskutieren.