Darmkrebsvorsorge rettet Leben

[14.03.2009]

Die Wirklichkeit scheint die Fiktion inzwischen eingeholt zu haben: Kleine U-Boot reisen durch den menschlichen Körper und liefern Bilder aus seinem Inneren. Was  Dr. Frank Holtkamp-Endemann vom „Darmkrebszentrum Raphaelsklinik Münster“ den Zuhörern der Infoveranstaltung „Münster gegen den Darmkrebs“ am 14. März als eine der neuesten Methoden zur Darmuntersuchung präsentierte, hat Größe und Aussehen einer Pille und reist mit zwei Kameras an Bord auf der Suche nach krankhaften Schleimhautveränderungen durch den menschlichen Verdauungstrakt.

Anders als sein Vorbild aus dem Science Fiction ist das Gerät allerdings unbemannt, so können verdächtige Bereiche weder untersucht noch behandelt werden. Gemeinsam mit seinen Kollegen vom Darmkrebszentrum ist Holtkamp-Endemann daher davon überzeugt, dass die Darmspiegelung bei der Suche nach Tumoren oder Polypen im Darm noch immer die beste Methode ist. Gerade das Auffinden der Polypen ist von großer Bedeutung. Aus den zunächst harmlosen Wucherungen können im Verlauf von rund zehn Jahren Krebsgeschwüre werden. Werden sie also frühzeitig beseitigt, ist die Krebsgefahr gebannt.

Ist der Darmkrebs bereits ausgebrochen, gibt es inzwischen Operationsmethoden, die bei frühzeitiger Entdeckung des Tumors eine vollständige Heilung bringen können, wie der Chefarzt der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, den Zuhörern im Foyer der Raphaelsklinik erläuterte.

Dass auch die Ernährung eine große Bedeutung bei der Entstehung des Darmkrebses hat, belegte die Ernährungsexpertin Beate Goerdeler anhand unterschiedlicher Studien. Denen zufolge sollte rotes, gepökeltes und geräuchertes Fleisch ebenso wie tierisches Fett zurückhaltend verzehrt werden. Günstig hingegen sind Obst und Gemüse, deren Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe die Zellen schützen. Eine ballaststoffreiche Ernährung durch Getreideprodukte beschleunigt die Verdauung, wodurch schädigende Bestandteile der Nahrung kürzer mit der Darmschleimhaut in Kontakt kommen.

In einem Punkt sind sich die Experten einig: die schärfste Waffe gegen den Darmkrebs ist die Vorsorge. Wer das Angebot der Krankenkassen, ab 55 regelmäßig alle zehn Jahre eine Darmspiegelung durchführen zu lassen, annimmt, senkt das Risiko einer Krebserkrankung erheblich. 

(Michael Bührke)

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