Ingeburg Marxen (m.) ging früh genug zu ihrer Hausärztin, so konnten Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, Dr. Ulrich Peitz und Dr. Erik Allemeyer (v.r.) der 92-Jährigen helfen. Gemeinsam mit dem Verwaltungsdirektor der Raphaelsklinik, Andreas Mönnig (l.) freuen sich die Mediziner auf die Besucher des Aktionstages am Samstag.

Darmprobleme sind auch im Alter kein unlösbares Problem

[19.03.2015]

„Viele ältere Menschen haben zu Beeinträchtigungen bei der Verdauung oder sogar schwerwiegenden Darmerkrankungen oftmals eine Haltung resignativer Akzeptanz“, berichtet Dr. Erik Allemeyer, Leiter der Sektion Proktologie der Raphaelsklinik. Dabei ist nach Meinung des Experten das tatsächliche Alter nicht unbedingt ein Hinderungsgrund, wenn es um die Behandlung auch schwerwiegender Darmerkrankungen geht, das biologische Alter sei entscheidender. „Natürlich müssen wir bei älteren Patienten sehr genau abwägen, welche Untersuchungen und Eingriffe noch zumutbar sind und die Lebensqualität des Betroffenen vor allem anderen im Auge haben“, erläutert der Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann.

So war es bei Ingeburg Marxen,  ihre 92 Jahre sieht man der Seniorin nicht an, drei Mal pro Woche nimmt sie im Seniorenzentrum aktiv am Sportangebot teil und lässt sich auch sonst von den Widrigkeiten des Lebens nicht unterkriegen. Eines Tages entdeckte sie allerdings Blut im Stuhl, „da bin ich direkt zu meiner Hausärztin gegangen und die hat mich auch sofort zur Untersuchung in die Raphaelsklinik geschickt“. In der Sprechstunde der Sektion Proktologie erfolgte die gründliche Eingangsuntersuchung. Hierbei wurde ein großer Polyp im Enddarm als Blutungsursache vorgefunden. Es  schloss sich eine ergänzende spezielle Diagnostik in der Klinik für Gastroenterologie von Chefarzt  Dr. Ulrich Peitz an: „Mit den modernen Instrumenten können wir heute Veränderungen erkennen, die kleiner als ein Millimeter sind“, berichtet der Mediziner. Es folgten die Besprechung in der regelmäßig stattfindenden Tumorkonferenz und danach die Operation. Nach nur 30 Minuten war der Tumor erfolgreich entfernt, eine Chemotherapie war nicht notwendig. Erst drei Wochen liegt der Eingriff zurück, doch Ingeburg Marxen ist davon nichts anzumerken, „ich fühle mich wie vor der Erkrankung“, freut sich die Seniorin.

Am Samstag, 21. März, findet im Foyer der Raphaelsklinik an der Loerstraße von 10 bis 13 Uhr eine Infoveranstaltung zum Thema Darmgesundheit im Alter statt. Wie ist der Magen-Darmtrakt aufgebaut? Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es? Was tun bei Stuhlinkontinenz, chronischer Verstopfung, Hämorrhoiden oder Enddarmvorfall? Diese Fragen beantworten die Experten des Darmkrebszentrums Raphaelsklinik Münster, nach den Vorträgen ist Zeit für Einzelgespräche. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Teilnahme ist kostenlos.

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