Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, Stefanie Oberfeld und Waltraud Brock (v. l.) informieren am Mittwoch in der Raphaelsklinik über das Thema Demenz.

Demenz und Selbstbestimmung

[16.04.2013]

Mit Zunahme der Lebenserwartung steigt auch die Zahl der Menschen in Deutschland, die unter einer Demenz leiden. Gegenwärtig sind hierzulande rund 1,3 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, in den nächsten 40 Jahren wird sich diese Zahl voraussichtlich verdoppeln.

Dies schafft Probleme, sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen. „Wer trifft Entscheidungen, wenn der demente Mensch sich nicht mehr äußern kann?“ skizziert der Chefarzt und Vorsitzende des Ethikkomitees der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, eine zentrale Fragestellung, die sowohl Krankenhausmitarbeiter als auch Angehörige betrifft.

„Aushalten können, das ist für die Angehörigen oft das Schwierigste“ erläutert Stefanie Oberfeld, Oberärztin am gerontopsychiatrischen Zentrum der Alexianer. Oberfeld ist außerdem Demenzbeauftragte der Ärztekammer Westfalen-Lippe, die erste deutschlandweit. Wenn der Mensch, den man vielleicht schon ein Leben lang kennt, sich zunehmend verändert, immer weniger weiß und kann, ist dies für viele Menschen sehr belastend. Vorbeugend können geistige Aktivitäten einer Demenz entgegen wirken, die Kommunikation mit Menschen ist wichtig, ebenso wie Sport. „Insgesamt wissen wir aber noch immer zu wenig über die Ursachen der Demenz“ bedauert Stefanie Oberfeld.

„Man sollte rechtzeitig, als gesunder, junger Mensch darüber nachdenken, was später einmal sein könnte. Am besten in Form einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ rät Waltraud Brock, Krankenschwester und stellvertretende Vorsitzende des Ethikkomitees.

Am Mittwoch, 17. April, findet im Foyer der Raphaelsklinik eine öffentliche Veranstaltung zum Thema „Der demente Mensch und ethische Fragestellungen“ statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig.

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