Dr. Manfred Lütz begeistert Festgäste

[19.09.2008]

Am 18. September 1908 öffnete die Hedwigsklinik ihre Pforten. Sie lag unmittelbar neben der Raphaelsklinik und diente der Versorgung privater chirurgischer und gynäkologischer Patienten. Mit dem Wiederaufbau der Gebäude nach dem zweiten Weltkrieg ging sie in der Raphaelsklinik auf. Auf den Tag genau 100 Jahre später fand der offizielle Festakt mit Mitarbeitern und geladenen Gästen aus Politik und Gesundheitswirtschaft statt.

Während des Dankgottesdienstes wies Münsters Weihbischof Friedrich Ostermann darauf hin, dass der heilige Raphael für die Clemensschwestern bei der Klinikgründung eine besondere Bedeutung hatte und mit Bedacht als Namenspatron gewählt wurde. „Heute würde man ein Krankenhaus nach einem berühmten Arzt benennen aber vermutlich nicht mehr nach einem Erzengel“, bedauerte er und verwies darauf, dass moderne Medizin und Pflege ohne das Vertrauen auf Gottes Beistand sicher rasch an ihre Grenzen stoßen würde.

Beim anschließenden Festakt im Foyer der Klinik, moderiert vom Geschäftsführer Hartmut Hagmann, erwarteten die geladenen Gäste zunächst Grußworte des Hauptgeschäftsführers Gregor Hellmons und der Bürgermeisterin Karin Reismann. Hellmons führte in die wechselvolle Geschichte der Innenstadtklinik ein: „Die Raphaelsklinik, mit drei weiteren Krankenhäusern in einem starken Verbund unter dem Dach der Misericordia Krankenhausträgergesellschaft, ist im Laufe des letzten Jahrhunderts von einem Hospital für Kranke und Bedürftige zu einem modernen Gesundheitszentrum geworden.“ Abschließend dankte er allen Generationen und Berufsgruppen der Klinik, die für eine ganzheitliche Betreuung der Patienten garantierten und garantieren.

Die Bürgermeisterin wies zu Beginn ihrer Rede darauf hin, dass Münster kein städtisches Krankenhaus hat und die Bürger von den konfessionellen Häusern hervorragend versorgt werden. Launig schilderte sie, wie ihre Mutter zwischen der Entbindungsstation und dem Luftschutzbunker hin und her pendelte, als sie vor 66 Jahren in der Raphaelsklinik geboren wurde und gestand ihre Rührung ein, als sie für sich feststellte „Karin, hier wurdest du geboren und heute darfst du 100 Jahre Raphaelsklinik feiern“ und fuhr fort “Wer hier ankommt, spürt Geborgenheit, Menschlichkeit und Wärme“.

Den Abschluss der Redner bildete der Arzt und Bestseller-Autor Dr. Manfred Lütz. Mit sprudelndem niederrheinischem Humor hatte er die Festgäste nach wenigen Worten fest im Griff und ließ nicht selten Lachtränen fließen. Die Raphaelsklinik ist für ihn keine unbekannte Einrichtung: „Mein Lieblingsvetter war Chefarzt an dieser Klinik, Norbert van Husen. Einer der liebenswertesten Menschen, die ich je kennen gelernt habe.“ Im weiteren Verlauf berichtete er über sein neuestes Buch „Lebenslust“ und spottete wortreich über den aktuellen Gesundheits- und Fitnesswahn.
Nach den Festreden tauschten sich die Gäste am leckeren Buffet des Teams der Klinikküche aus. Als Ehrengäste und Zeitzeugen waren mit Aenne Stockhorst, Anna Maria Burwick und Theodor Gellings drei 100-jährige Münsteraner anwesend, die den beeindruckenden Zeitraum der Existenz der Raphaelsklinik durch eigenes Erleben nachempfinden konnten.

(Michael Bührke)