Düfte im Einsatz gegen Krankheiten

[05.03.2009]

Im Vortragsraum duftet es dezent nach Vanille und Grapefruit, ein Strauß mit Wildblumen steht auf dem Tisch, Dutzende winziger Fläschchen, aufgereiht in einem Holzkasten, tragen exotische Namen wie Patchouli oder Cajeput. „Düfte haben eine große Bedeutung für unser Wohlbefinden“, erläuterte die Aromaexpertin der Raphaelsklinik, Monika Schmitz.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Elisa Buddenberg holte sie am 4. März die Münchner Aromaexperten Margret Demleitner und Dr. Erwin Häringer nach Münster, um während einer Fortbildung für Mediziner und Arzthelferinnen von ihren Erfahrungen mit Raumdüften und Öleinreibungen bei der Behandlung von Patienten berichten zu lassen. Als die Heilpraktikerin und Ergotherapeutin Margret Demleitner 1990 den Einsatz von Duftölen im Münchner Krankenhaus Neuperlach einführte, stieß sie nicht nur auf Gegenliebe: „Damals stand man sofort unter Esoterik-Verdacht, wenn man mit Düften und Ölen ankam“, berichtete sie aus ihren Anfangstagen. Erfolgreiche Wundbehandlungen bei nahezu aussichtslosen Fällen und die Rückmeldungen begeisterter Patienten zerstreuten die Bedenken ihrer Kollegen jedoch schnell. Fast 20 Jahre später ist die Wirkung der Düfte durch viele wissenschaftliche Studien belegt, in Frankreich gehört die Aromatherapie zur ärztlichen Ausbildung fest dazu.

Auch der Allgemeinmediziner und ausgewiesene Aromaexperte Dr. Erwin Häringer ist von der Wirkung der duftenden Öle überzeugt: „Natürliche Öle ändern von Ernte zu Ernte immer ein wenig ihre chemische Zusammensetzung. Daher können sich Bakterien nicht auf diese Wirkstoffe einstellen und gegen sie unempfindlich werden wie gegen chemische Antibiotika.“ Das Spektrum der Duftwirkung ist weit: So hilft zum Beispiel Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen, Thymian desinfiziert die Luft und Lavendelöl, aufgelöst in Mandelöl, lindert den Juckreiz. Selbst gegen die gefürchteten antibiotikaresistenten Keime werden ätherische Öle erfolgreich eingesetzt. Beim Kauf sollten allerdings hochwertige Produkte bevorzugt werden, die zu 100 Prozent naturrein sind und in ihrer ursprünglichen chemischen Zusammensetzung vorliegen, andernfalls bleibt oft die gewünschte Wirkung aus oder es kommt sogar zu allergischen Reaktionen.

Viele der nahezu vollständig weiblichen Zuhörer hörten den Referenten fasziniert zu. „Der Funke ist zu den Zuhörern übergesprungen“ freut sich auch die stellvertretende Pflegedirektorin Klaudia Oehlmann über den Erfolg der Veranstaltung.

(Michael Bührke)