Dr. Frank Fischer, Prof. Dr. Peter Feindt und Dr. Hans-Joachim Schulze (v.l.) berichten über die MAgKs.

Eine Allianz für das Leben

[10.02.2015]

Die Diagnose „Krebs“ kommt meist wie aus heiterem Himmel und zieht vielen Betroffenen geradezu den Boden unter den Füßen weg. In der MAgKs, der Münsteraner Allianz gegen Krebs, arbeiten Experten aus Medizin, Pflege, Psychologie, Sozialdienst, Seelsorge, Ernährungswissenschaften, Selbsthilfegruppen und vielen weiteren Bereichen zusammen, um ihre Patienten möglichst umfassend zu behandeln.

Drei Kliniken haben sich in einem deutschlandweit einmaligen Projekt zusammengeschlossen, um dem Krebs entgegenzutreten, denn auch Tumoren machen nicht an Organgrenzen Halt, wie die Verantwortlichen aus Clemenshospital, Fachklinik Hornheide und Raphaelsklinik betonen. Prof. Dr. Peter Feindt, Chefarzt am Clemenshospital, berichtet, dass Patienten mit einer psychoonkologischen Betreuung länger überleben als ohne. Dies würden zahlreiche Studien belegen.

Kern der Arbeit des onkologischen Zentrums ist die Tumorkonferenz, bei der Experten aller Fachbereiche sich zu jedem neuen Fall austauschen, „hier findet eine sehr intensive Kommunikation statt, an deren Ende der bestmögliche, individuelle Behandlungsweg für jeden Patienten steht“, erläutert Dr. Frank Fischer von der Raphaelsklinik.

Wie diese Zusammenarbeit zwischen den Tumorzentren in der Praxis aussieht, schildert Dr. Hans-Joachim Schulze, leitender Arzt der Abteilung Dermatologie der Fachklinik Hornheide. „Wir haben kürzlich einen Patienten behandelt, der an einem Melanom, also dem schwarzen Hautkrebs erkrankt ist. Da neben der Hautkrebserkrankung auch Lymphknoten im Bauchraum betroffen waren, haben Chirurgen der Hautklinik den Patienten gemeinsam mit ihren Kollegen der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Raphaelsklinik operiert“, schildert der Mediziner einen Fall, der innerhalb der MAgKs häufig vorkommt.

Alle Beteiligten sehen ein großes Problem in der Finanzierung der personalintensiven Arbeit der Tumorzentren innerhalb der MAgKs. „Es ist im Grunde genommen egal, ob Sie neben der medizinischen Betreuung noch weitere Fachleute wie Psychologen, Stoma- und Schmerzexperten oder Ernährungsberater einsetzen, Sie erhalten von den Kassen immer das gleiche Geld. Das ist nicht im Sinne der Patienten!“, ärgern sich die Vertreter der Münsteraner Allianz gegen Krebs.