Prof. Dr. Otmar Schober von der Uniklinik (l.) und Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann kooperieren zukünftig enger bei der Behandlung von Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen.

Enge Kooperation verbessert die Behandlungserfolge bei Schilddrüsenerkrankungen

[29.03.2010]

Die Knotenstruma ist in Jodmangel-Regionen, so auch dem Münsterland, sehr weit verbreitet. Experten der Raphaelsklinik und des Universitätsklinikums Münster haben in einer Fortbildungsveranstaltung über den aktuellen Stand der Diagnostik und Behandlung von Schilddrüsenknoten informiert. Prof. Dr. Dr. Otmar Schober aus der Klinik für Nuklearmedizin der Uniklinik stellte den Stand der Diagnostik und der Festlegung der weiteren Behandlung dar.

So ist das Vorgehen nach Feststellung von Schilddrüsenknoten und Funktionsstörungen heute weitgehend standardisiert. Weiterhin ist es schwierig zu erkennen, ob Schilddrüsenknoten gutartig oder bösartig sind, sowie zu entscheiden, bei welchen Patienten die operative Entfernung der Schilddrüse zu empfehlen ist. Prof. Dr. Thomas Musholt, Leiter der Sektion Endokrine Chirurgie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und Vorsitzender der chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Endokrine Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie, berichtete über neue molekularbiologische Möglichkeiten der Unterscheidung von gut- und bösartigen Schilddrüsenknoten.

Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Raphaelsklinik, stellte den Stand der chirurgischen Behandlung der Knotenstruma dar und referierte insbesondere über moderne Techniken zur Schonung der Stimmbandnerven und der Nebenschilddrüsen. Von allen Referenten wurde besonders herausgehoben, dass der Behandlungserfolg von Schilddrüsenerkrankungen stark von einer interdisziplinär ausgerichteten Versorgung abhängt.

(Michael Bührke)