Berichteten über die Arbeit des Pankreaszentrums (v. l.): Dr. Ulrich Peitz, Ralf Reiners, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann und der Koordinator des Zentrums, Dr. Erik Allemeyer.

Enge Zusammenarbeit ist alles

[02.11.2015]

Ohne die enge Zusammenarbeit innerhalb der medizinischen Bereiche des Krankenhauses geht bei der Diagnostik und Therapie von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen gar nichts, das hebt der Chefarzt der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, deutlich hervor. „Viele chronische Erkrankungen dieses Organs können nicht nur chirurgisch abgeklärt werden, die Gastroenterologie zum Beispiel ist immer eng mit eingebunden.“

Bei Ralf Reiners begann alles mit einer plötzlichen Appetitlosigkeit, „Ich mochte nichts mehr essen, innerhalb dieses Jahres habe ich auf diese Weise 15 Kilo verloren“, berichtet der 66-Jährige. Später kamen starke Schmerzen im Oberbauch hinzu, Reiners wurde von seinem Hausarzt umgehend ins Krankenhaus überwiesen. „In zwei Kliniken wurde versucht, einen Stein aus dem Bauchspeicheldrüsengang zu entfernen, leider erfolglos“, schildert der Patient seine Odyssee. Erst die Operation in der Raphaelsklinik brachte den gewünschten Erfolg. Während eines dreistündigen Eingriffs wurde der Kopf der Bauchspeicheldrüse entfernt, der Zwölffingerdarm wurde belassen, „diese Vorgehensweise ist nicht unbedingt üblich, weil sie komplizierter ist“, erklärt Dr. Ulrich Peitz, ebenfalls Chefarzt an der Raphaelsklinik. Da dieser Darmabschnitt aber nach neueren Erkenntnissen wichtige Aufgaben beim Hormonhaushalt übernimmt, sollte er im Körper verbleiben, wenn dies aus medizinischer Sicht möglich ist.

Dass Fragen rund um die Bauchspeicheldrüse viele Menschen beschäftigt, zeigte der Erfolg des „Bauchspeicheldrüsentags 2015“ am 31. Oktober, den das Pankreaszentrum Münster organisiert hat. Rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten während einer öffentlichen Infoveranstaltung im Foyer der Raphaelsklinik die Vorträge der Expertinnen und Experten des Pankreaszentrums Münster. In kurzen Vorträgen berichteten die Mediziner über Lage und Funktion des Organs, stellten die wichtigsten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden vor und gaben Tipps zur richtigen Ernährung nach Operationen der Bauchspeicheldrüse. Besonders die Bedeutung der engen Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen hoben die Experten immer wieder in ihren Vorträgen hervor.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sind bei den Betroffenen oft mit Unsicherheit und Ängsten verbunden, dabei sind diese in den meisten Fällen gutartig. Dennoch warnen die Mediziner davor, eine chronische Erkrankung zu unterschätzen, denn im Laufe der Zeit könne sich daraus ein Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickeln.

Das Pankreaszentrum Münster ist eines von deutschlandweit 60 Zentren dieser Art, die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert sind.