Andreas Westerfellhaus, Stefan Kentrup, Andreas Burkert, Gregor Uphoff und Berthold Mathias (v. l.)
Gregor Uphoff, Leiter der Zentralschule
Berthold Mathias, Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses
Blicken in eine chancenreiche Zukunft: Die Auszubildenden in Voll- und Teilzeit
Andreas Burkert vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW
Andreas Westerfellhaus, Präsident des deutschen Pflegerates
Vor dem Festakt fand ein feierlicher Gottesdienst in der Mutterhauskapelle der Hiltruper Missionsschwestern statt

Erster Kurs in Teilzeitausbildung

[03.04.2012]

Zum ersten Mal begrüßte Gregor Uphoff, Leiter der Zentralschule für Gesundheitsberufe (ZfG) St. Hildegard nicht nur insgesamt 45 Auszubildende zum neuen Kurs, sondern auch – symbolisch - 44 Kinder. Zum ersten Mal startet nämlich das neue Ausbildungsangebot Gesundheits- und Krankenpflege in Teilzeit. An der Raphalesklinik profitieren sechs neue Kolleginnen davon, insgesamt sind es 25.

Deutschlandweit ist die ZfG St. Hildegard die dritte Einrichtung, die dieses Angebot umgesetzt hat. Nach einem enormen Organisationsmarathon des Projektteams und Absprachen mit den Geschäfts- und Pflegleitungen der kooperierenden Krankenhäuser hat die ZfG damit eine win-win-Situation geschaffen. Eine solide Ausbildung in einem Beruf mit Zukunft für Menschen, die Familie und Beruf unter einen Hut bekommen müssen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite qualifiziertes Personal für eine Branche, die dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken muss.

Kein Wunder, dass dieser Start mit einem Festakt begangen wurde. Im Rahmen des Gottesdienstes in der Mutterhauskapelle der Hiltruper Missionsschwestern erfuhren alle neuen Teil- und Vollzeit-Schüler/innen des Clemenshospitals, der Raphaelsklinik und des Herz-Jesu-Krankenhauses, eine herzliche Aufnahme und die Mut machenden Zusage: „You’ll never walk alone“. Pater Pittruff machte durch seinen Vergleich der Lerngemeinschaft mit den Jüngern Jesu Mut für den kommenden Weg.

Viele guten Wünsche rund um das Gottesdienst-Motto und die Symbolfigur „Bleib sein Kind“ von Dorothea Steigerwald zeichnete für die Kurse 12-A und 12-G ein Bild der festen Gemeinschaft und des Füreinander-da-Seins auch, wenn man während der Ausbildung sicher auch so manches Mal an seine Grenzen käme. Man sei nie allein mit seiner Erfahrung gegenüber Krankheit und Leid, Prüfungssorgen und Familienansprüchen. „Du schaffst das!“ lautete die zuversichtliche Botschaft.

Im anschließenden Festakt dankte Berthold Mathias, Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses, während seiner Begrüßung allen, die das Teilzeitangebot möglich gemacht hatten und wünschte Glück. Gregor Uphoff erläuterte anschließend prägnant das Konzept und die Entwicklung des neuen Angebots. Man habe sich bemüht, die Mütter unter den Auszubildenden so wenig wie möglich zu belasten, denn „es sei etwas anderes, ob man sich nach dem Schichtdienst in Bett legen könne oder noch für Kinder da sein müsse.

„Menschen zu helfen, die sich selbst nicht helfen können, ist eine schwierige und anspruchsvolle Aufgabe“, so Andreas Burkert, LMR, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW, in seinem Grußwort. Man käme mit fremden Menschen in Situationen hinein, die man selbst nicht in der eigenen Familie erleben möchte und müsse dem gewachsen sein. Das sei schwierig und anspruchsvoll. „Aber“, so Burkert, „die Herzlichkeit und Tiefe des Empfangs hier zeigt die Mühe und Sorgfalt, die in Ihre Ausbildung gelegt werden. Sie sind eine stark umworbene Berufsgruppe“, rief er den Anfängern zum Abschluss aufmunternd zu. Auf die Erfahrungen mit der Teilzeitausbildung sei er gespannt.

In seinem anschließenden Festvortrag „Aktuelle Herausforderungen an professionelle Pflege“ zeichnete Andreas Westerfellhaus, Präsident des deutschen Pflegerates, ausführlich die Bandbreite der berufspolitischen Dimensionen nach. Westerfellhaus kommentierte u. a. nicht eingehaltene Versprechen zuständiger Politiker, Personalgewinnungsstrategien durch Hilfskräfte, Qualität und Professionalität in Ausbildung und Beruf und forderte ausdrücklich die wirkliche Wertschätzung der Pflegekräfte und deren Höchstleistungen.

Text: Klaudia Maleska