Franz Müntefering setzte sich während seines Vortrags im Foyer der Raphaelsklinik engagiert für die Palliativ- und Hospizarbeit ein; Foto: Markus Hauschild
Podiumsteilnehmer und Gastredner während des Palliativtags 2016; Foto: Markus Hauschild
Über 100 Besucher fanden den Weg in die Raphaelsklinik; Foto: Markus Hauschild
Begleitet die Podiumsveranstaltung von einer Messe unterschiedlicher Anbieter; Foto: Markus Hauschild
Dr. Marc Theisen (r.) ist ärztlicher Leiter der Palliative Care Einheit der Raphaelsklinik; Foto: Markus Hauschild
Pressesprecher Michael Bührke (r.) moderierte die Veranstaltung; Foto: Markus Hauschild
Regionalgeschäftsführer Hartmut Hagmann, Franz Müntefering und Jörg Adler verfolgen die Podiumsdiskussion (v. l.); Foto: Markus Hauschild
Jörg Adler ist Schirmherr des Fördervereins Palliativmedizin Raphaelsklinik e. V.
Franz Müntefering fesselte die Besucher mit seinem spannenden und sehr sachkundigen Vortrag; Foto: Markus Hauschild

"Es geht nicht um das Sterben, es geht um das Leben"

[16.02.2016]

Erstmals fand im Foyer der Raphaelsklinik der öffentliche Palliativtag des „Förderverein Palliativmedizin Raphaelsklinik e. V.“ statt. Über 100 Zuhörer konnten sich aus erster Hand über ein Thema informieren, über das in den letzten Monaten, auch auf politischer Ebene, viel diskutiert wurde. „In der Öffentlichkeit besteht ein viel zu düsteres Bild von der Palliativversorgung, dem wollen wir mit unserer Veranstaltung etwas entgegensetzen“, erklärt der ärztliche Leiter der Palliative Care Einheit der Raphaelsklinik, Dr. Marc Theisen und stellt klar: „Es geht bei unserer Arbeit nicht um das Sterben, es geht um das Leben“.

Nach einer intensiven Podiumsdiskussion mit neun Experten aus den Bereichen Medizin, Pflege, Psychoonkologie, Physiotherapie, Sozialdienst und Seelsorge sowie Vertretern des Palliativnetzwerks und der Hospizbewegung folgte ein bewegender Vortrag des ehemaligen Bundesministers und Vizekanzlers Franz Müntefering. Der 76-Jährige ist Mitglied im Stiftungsrat der Deutschen Hospiz- und Palliativstiftung und beklagt, dass das Thema Tod und Sterben zu oft verdrängt wird: „Man muss das Sterben zulassen, aber es muss auch begleitet werden, es muss Hilfe geben.“ Engagiert tritt er in seiner Rede daher auch dafür ein, die Arbeitsbedingungen aller in der Versorgung Schwerstkranker Beschäftigten zu verbessern: „Die Pflege in Palliativ- oder Hospizeinrichtungen macht sich nicht von selber, das muss man gelernt haben! Die Berufe müssen attraktiver werden, woher sollen sonst in der Zukunft die Ärzte und Pfleger kommen, die wir brauchen, um immer mehr Palliativpatienten zu versorgen?“

Die legale aktive Sterbehilfe, wie sie in der Vergangenheit immer wieder diskutiert und gefordert wurde, lehnt Müntefering ab: „Der Satz ‚Ich will nicht mehr leben’ heißt oftmals nichts anderes als ‚Ich will so nicht mehr leben’ und ist ein Appell, die Sorgen Schwerstkranker in all ihren Facetten ernst zu nehmen und Hilfe anzubieten.“
Allen Beiträgen war eine klare Aussage gemeinsam: Eine gewissenhafte Palliativversorgung ist der wirksamste Weg, den Ruf nach aktiver Sterbehilfe zu entkräften.

>>> Zum Förderverein Palliativmedizin Raphaelsklinik e. V.

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