Informierten in der Raphaelsklinik über die Gefahren des Herzinfarktes (v. l.): Prof. Dr. Claus Spieker, Dr. Marco Castrucci, Dr. Frank Lieder und Dr. Max Weber.
Prof. Dr. Claus Spieker
Dr. Marco Castrucci
Dr. Frank Lieder
Das Foyer der Raphaelsklinik war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Dr. Frank Lieder
Informierten in der Raphaelsklinik über die Gefahren des Herzinfarktes (v. l.): Prof. Dr. Claus Spieker, Dr. Marco Castrucci, Dr. Frank Lieder und Dr. Max Weber.
Viele Zuhörer nutzten die Gelegenheit, mit den Experten ins Gespräch zu kommen.
Am 15. März drehte sich im Foyer der Raphaelsklinik alles um das Thema "Herzinfarkt".

Falsche Zurückhaltung kann tödlich sein

[15.03.2014]

Eigentlich bietet Münster die besten Voraussetzungen, einen Herzinfarkt zu überleben: Im Kardionetzwerk arbeiten Rettungsdienste und spezialisierte Kliniken Hand in Hand, innerhalb von Minuten können Betroffene untersucht und behandelt werden. Voraussetzung: Sie müssen auf die Warnsignale des Körpers hören. „Das Problem ist wohl die westfälische Zurückhaltung“, vermutet Dr. Frank Lieder, Kardiologe an der münsterischen Raphaelsklinik. Viele Betroffene ignorieren den Schmerz in der Brust, eine Zurückhaltung, die tödlich sein kann.

In der Chest-Pain-Unit der Klinik, einer spezialisierten Abteilung zur Behandlung akuter Brustschmerzen, behandelt der Arzt in Kooperation mit der benachbarten kardiologischen Praxis von Dr. Max Weber und Dr. Marco Castrucci nahezu täglich Herzinfarkt-Patienten. Zu oft würden die Betroffenen viel zu lange warten, bevor sie zum Telefonhörer greifen um die 112 anzurufen. „Zögern Sie nicht, Sie stören dort niemanden! Lieber ein Mal zu oft als ein Mal zu spät!“, das ist der Appell, den Lieder und seine Kollegen von der kardiologischen Praxis während eines Aktionstages am Samstag in der Raphaelsklinik den rund 90 Zuhörern eindringlich ans Herz legten. In Münster ereignen sich rund 15 Herzinfarkte pro Woche, 40 Prozent verlaufen tödlich. Viele davon, weil kein Notarzt gerufen wurde, so Lieder.

Durch die Umstellung von Lebensgewohnheiten könne man viele Risikofaktoren verringern, empfiehlt Castrucci in seinem Vortrag. Rauchen stehe hier an erster Stelle, aber auch Übergewicht und ungesunde Ernährung. „Statt frittierte Produkte sollten vermehrt frisches Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Auch Oliven- oder Rapsöl ist zu empfehlen“, sagt der Kardiologe. Sport sei ebenfalls wichtig, unter anderem, weil er Stress abbaue, einen weiteren Risikofaktor.

Nach den Vorträgen nutzten die Besucher das Angebot, das neue Herzkatheterlabor der kardiologischen Praxis und die Funktionsdiagnostik der Raphaelsklinik zu besichtigen. „Die enge Kooperation zwischen der Klinik und der Praxis sorgt für kurze Wege und eine schnelle Datenübermittlung“, berichtet der Chefarzt der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Claus Spieker. Außerdem würden Doppeluntersuchungen vermieden werden.

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