Der Künstler Eckhart Kortas (li.) und der Gastredner Prof. Dr. Herbert Vorgrimler bei der Ausstellungseröffnung in der Raphaelsklinik am 8. Oktober.

Fern vom Kitsch: Raphaelsklinik zeigt Engelsbilder

[09.10.2009]

Fern vom Kitsch: Raphaelsklinik zeigt Engelsbilder

Wenn die Adventszeit naht, haben sie wieder Hochkonjunktur: Engel. In allen denkbaren Variationen von Glas bis Plüsch werden sie die Regale füllen. Dieses verniedlichte und verkitschte Bild der Boten Gottes ist nicht die Welt von Eckart Kortas, der den Engel als Vermittler zwischen den Welten sieht. Dies ist auch der Titel seiner aktuellen Ausstellung im Erdgeschoss und im ersten Stock des Foyers der Raphaelsklinik. Kortas, der in Münster als Architekt und Lehrer arbeitet, versucht dem Betrachter auf 32 Bildern seine Vorstellung der Engel näher zu bringen.

Teils darstellend, teils abstrakt ist in der klaren Handschrift oft der Architekt erkennbar, bei vielen Arbeiten wurde die Farbe Gold als Sinnbild des Besonderen, göttlichen verwendet. Dem klaren, formellen Aufbau der Bilder steht oft ein lebendiges Farbenspiel ausgleichend gegenüber. Der Autor und Theologe Prof. Dr. Herbert Vorgrimler erläuterte während der Ausstellungseröffnung am 8. Oktober, dass viele Berichte über Engelsbegegnungen in der Literatur in der letzten Zeit erschienen. „Menschen sind verstört durch gnadenlose Technik und erbarmungslose Wirtschaft. In dieser Welt suchen sie nach Wärme und Geborgenheit“, vermutete er. Augustinus zitierte er mit der Definition „Engel ist keine Gattung sonder die Bezeichnung einer Aufgabe“, sie sind aus Sicht des Künstlers Bindeglied zwischen dem Göttlichen und der Welt der Menschen.

Die Ausstellung ist bis zum 28. November täglich von 8 bis 20 Uhr zu sehen, der Eintritt ist frei.

(Michael Bührke)

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