Chefarzt Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff (l.) und Oberarzt Dr. Bernhard Egen von der Raphaelsklinik organisieren das jährlich stattfindende Endoprothetikforum.
Das Endoprothetikforum war wie in jedem Jahr ausgebucht.
An zahlreichen Infoständen konnten sich die Teilnehmer über den aktuellen Stand auf dem Gebiet der Endoprothetik informieren.
Kniegelenksprothese
Das gediegene Ambiente von Gut Havichhorst und das frühlingshafte Wetter trugen zum Gelingen bei.
Kniegelenksprothesen
Hüftgelenksprothese

Forum für künstliche Gelenke

[07.03.2014]

300 Ärzte aus Deutschland und dem benachbarten Ausland trafen sich am Wochenende, um sich über den aktuellen Stand auf dem Gebiet des künstlichen Gelenkersatzes zu informieren. Seit elf Jahren wird diese Veranstaltung vom Zentrum für Endoprothetik und Gelenkchirurgie der Raphaelsklinik auf Gut Havichhorst organisiert. In diesem Jahr standen künstliche Knie- und Sprunggelenksoperationen im Fokus. Während pro Jahr in Deutschland rund 175.000 künstliche Kniegelenke implantiert werden, bringen es die künstlichen Sprunggelenke nur auf rund 1.500 Eingriffe. Spitzenreiter ist allerdings noch immer das künstliche Hüftgelenk mit jährlich über 200.000 Operationen.

Neben technischen und medizinischen Aspekten standen auch kritische Punkte wie Nachwuchssorgen oder die Frage, ob auch in zehn Jahren noch jeder Patient angemessen behandelt werden kann, auf dem Programm. So sieht Dr. Tilmann Pfitzner von der Berliner Charité ein Problem in übertriebenen Hoffnungen, die manche Patienten mit einem künstlichen Gelenk verbinden und aus denen Unzufriedenheit erwachsen können: „Wir Ärzte sollten zukünftig den Patienten wesentlich offener sagen, was möglich ist und was nicht.“

Jürgen Malzahn vom AOK Bundesverband sieht für die Zukunft eine stärkere Konzentration auf spezialisierte medizinische Zentren und setzt Hoffnungen in den Aufbau eines Registers, in dem die Erfahrungen mit unterschiedlichen Prothesentypen festgehalten werden. Solche Prothesenregister sind weltweit in vielen Ländern bereits seit Jahren im Einsatz.

Auch Dr. Gerold Labek von der Orthopädischen Universitätsklinik Innsbruck sieht in einem solchen Register große Chancen für die Zukunft: „So können größere Katastrophen durch fehlerhafte Implantate früher erkannt werden“. Allerdings gelte es, die Daten richtig zu interpretieren.