Gemeinsamer Preis für Ärzte der Raphaelsklinik und der Universitätsklinik

[11.12.2002]

Rund die Hälfte aller Bundesbürger hat eine vergrößerte Schilddrüse, bei 20 Prozent der Deutschen liegt eine Erkrankung vor, die ärztlich behandelt werden muss. Die Ursachen sind unterschiedlich, oft liegt ein Mangel an Jod in der Ernährung vor, der die schmetterlingsförmige Drüse im Bereich des Kehlkopfes anschwellen lässt, so dass der typische Kropf entsteht. Eine Überfunktion der Schilddrüse führt zu Herzklopfen, Nervosität oder Schlafstörungen. Wenn sich Knoten oder Tumoren entwickeln, muss der Chirurg mit dem Skalpell ans Werk und die Schilddrüse operativ entfernen. Hierbei wird zunehmend das komplette Organ beseitigt, um eine eventuelle Nachoperation zu vermeiden, bei der es vereinzelt zu Verletzungen der Stimmbänder kommen kann.

Im Bereich der Schilddrüse liegen auch die nur stecknadelkopfgroßen Nebenschilddrüsen, deren Funktion allerdings alles andere als nebensächlich ist. Sie steuern den empfindlichen Kalziumhaushalt des Körpers, Fehlfunktionen führen zu erhöhter muskulärer Erregbarkeit und schweren Muskelkrämpfen. Da die Nebenschilddrüsen über die Schilddrüse mit Blut versorgt werden, muss der Arzt bei deren kompletter Entfernung für eine weiterhin ausreichende Durchblutung der kleinen Drüsen sorgen.

In neueren Verfahren, wie sie zum Beispiel an der Raphaelsklinik angewendet werden, verpflanzt man daher die Nebenschilddrüsen in gut durchblutete Bereiche des Körpers, in die Halsmuskulatur zum Beispiel. Den Ärzten Priv.-Doz. Dr. Karl-Heinz Dietl, Dr. Kuros Sina, Dr. Lothar Biermann, Dr. Andreas Koch, und Angela Westermann von der Raphaelsklinik gelang es gemeinsam mit den Ärzten Prof. Dr. Klaus Kisters und Dr. Daniel Palmes von der Universitätsklinik Münster, diese komplizierten Sachverhalte und die Vorteile der Verpflanzung der Nebenschilddrüsen in das Muskelgewebe in Plakatform anschaulich darzustellen.

Für diese Leistung erhielten sie nun vom Arbeitskreis Trace Elements and Electrolytes (AKTE) während des vierten Münster Workshops den Posterpreis "TraceAward 2002". Das Poster wird in der Zeitschrift "Trace elements and electrolytes" als Arbeit veröffentlicht.