Gipfeltreffen der Neurologie

[09.05.2006]

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums an der Raphaelsklinik ist es dem Belegarzt der Neurologie, Dr. Joachim Elbrächter gelungen, für einen Vortrag am 5. Mai zwei der renommiertesten Neurowissenschaftler Deutschlands zu gewinnen.

Prof. Dr. Karl Max Einhäupl ist Direktor der Klinik für Neurologie der Berliner Charité, war von 2001 bis 2006 Vorsitzender des Wissenschaftsrates und ist Träger des Bundesverdienstkreuzes. Er ist Ehrenmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie und Corresponding Member der American Neurological Association.
Breiten Raum nahmen in seinem Vortrag die Abläufe während eines Schlaganfalls ein. Doch auch die, laut Einhäupl „beiden häufigsten Fehldiagnosen in der Neurologie“ Kopfschmerz durch angebliche Probleme mit der Halswirbelsäule und Migräne wurden eingehend behandelt. „Auch wenn Sie denken, jetzt ist der Einhäupl völlig verrückt geworden sage ich Ihnen: Es gibt praktisch keinen Kopfschmerz, der von der Halswirbelsäule verursacht wird!“ erklärte der Experte den rund 180 Besuchern im Foyer der Raphaelsklinik während seines Vortrags.

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer ist Direktor der Abteilung Psychiatrie III des Universitätsklinikums Ulm und Autor zahlreicher fachlicher und populärwissenschaftlicher Bücher. Freitags ist ab 22.45 Uhr auf BR-Alpha seine Sendung „Geist und Gehirn“ zu sehen. Spitzer widmete sich in seinem Vortrag dem Spezialgebiet der Neuroökonomie. Dies ist die interdisziplinäre Verknüpfung der Neurowissenschaften mit den Wirtschaftswissenschaften, um zu untersuchen, wie Menschen bestimmte wirtschaftliche Entscheidungen fällen. Die Neuroökonomie sucht Antworten nicht in Fragebögen oder Reaktionstests, sondern direkt da, wo die Reaktion entsteht: im Gehirn. Dazu wird der Konsument in einen Kernspintomographen gelegt und die Reaktion des Gehirns beispielsweise auf bestimmte Produkte oder während der Erwirtschaftung von Geldsummen untersucht.

Elbrächter bedankte sich in einer kurzen Ansprache bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Station und bei seinen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen innerhalb und außerhalb der Klinik für die lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit.