Leana Schmitt informiert sich bei Matthias Lempert über die Arbeit des Schreiners in einem Krankenhaus.

Girls’ Day in der Raphaelsklinik

[22.04.2010]

Eigentlich möchte die 12-jährige Leana Schmitt professionelle Springreiterin werden, sieht die Perspektiven aber realistisch: „Damit kann man ja erstmal nicht viel Geld verdienen!“ Um Alternativen zu erproben, begleitet sie beim Girls’ Day den Schreiner Matthias Lempert durch die Raphaelsklinik.

Zunächst musste ein Fenster repariert, dann ein Schrank angebracht und zuletzt die Türen einer Glasvitrine eingesetzt werden. Eine Menge Aufgaben, dabei ist es erst Zwölf Uhr mittags. Jetzt sitzt sie in der Mitarbeitercafeteria und lässt sich das Essen schmecken. Und was machen die männlichen Klassenkameraden am Girls' Day? Schulfrei? Von wegen: „Die müssen die Schule putzen, Wäsche waschen, bügeln und nähen“, erklärt Leana kichernd und feixt: „Ich bin gespannt, wer sich von den Jungs heute beim Nähen in die Finger gepiekst hat!“

Die Arbeit macht ihr Spaß aber für eine Berufsentscheidung reicht es noch nicht, bis zu ihrem Schulabschluss an der Paul-Gerhardt-Realschule sind es ja auch noch ein Paar Jahre. Dass noch immer zwischen Männer- und Frauenberufen unterschieden wird, findet die 12-Jährige „doof“. Ihrer Meinung nach sollte es genauso selbstverständlich sein, dass Frauen zum Beispiel im Handwerk arbeiten wie Männer in Modeboutiquen, wenn der Beruf zu ihnen passt. Die Grundlagen für eine Zukunft im Handwerk sind bei Leana auf jeden Fall gegeben: „Ich bastle sehr gerne. Allerdings habe ich dafür nicht so viel Zeit, ich muss mich ja auch viel um mein Pferd Roco Romantik kümmern“, schließlich ist der Gedanke an die Springreiterkarriere noch nicht gänzlich ad acta gelegt.

(Michael Bührke)