Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, Dr. Erik Allemeyer und der Verwaltungsdirektor der Raphaelsklinik, Andreas Mönnig (v. l.), freuten sich über den guten Zuspruch der Veranstaltung.
Dr. Ulrich Peitz erläuterte die nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten einer Stuhlinkontinenz.
Dr. Erik Allemeyer berichtet von den operativen Möglichkeiten zur Therapie einer Stuhlinkontinenz.
Die Aromapflege informierte über ihre Angebote.
Dr. Erik Allemeyer während seines Vortrags.
Eine Mitarbeiterin der Aromapflege bot Unterarmeinreibungen an.
An zahlreichen Ständen konnten sich die Besucherinnen und Besucher informieren.
An zahlreichen Ständen konnten sich die Besucherinnen und Besucher informieren.
Der Pianist Frederik Timme unterhielt die Gäste während der Pausen am Flügel.

Große Resonanz auf ein Tabuthema

[23.11.2013]

Das Thema ist vielen Betroffenen peinlich, darüber zu reden fällt ihnen schwer, selbst mit ihrem Arzt. Die Rede ist von der sogenannten Stuhlinkontinenz, also dem Unvermögen, die Darmausscheidung zu kontrollieren. Bis zu 3,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland nach Schätzungen unter diesem Problem, das in schweren Fällen dazu führen kann, dass die Betroffenen nicht mal mehr die Wohnung verlassen können.

In der Raphaelsklinik wurde nun darüber gesprochen, in mehreren Vorträgen ging es um die Anatomie des Darms sowie die Ursachen der Stuhlinkontinenz und die Möglichkeiten zur Hilfe, sowohl mit als auch ohne Operation. Rund 140 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten aufmerksam die Vorträge der Experten.

Eine einfache Lösung bei leichteren Formen kann schon die Umstellung der Ernährung bieten. „Vermeiden Sie abführende Nahrung, essen Sie zum Beispiel nicht mehrmals am Tag Müsli und Kaffee sollte wenn überhaupt dann nur in Maßen getrunken werden“, erläuterte der Chefarzt der Gastrologie der Raphaelsklinik, Dr. Ulrich Peitz. Er berichtete außerdem über die Wirkungsweise der unterschiedlichen Medikamente, die auf dem Markt erhältlich sind.

Dr. Erik Allemeyer, ärztlicher Leiter der Sektion Proktologie des Innenstadtkrankenhauses, stellte die operativen Möglichkeiten zur Behebung einer Stuhlinkontinenz vor. „Früher wurde der Schließmuskel häufig operativ mit einer so genannten Schließmuskelrekonstruktion behandelt. Leider zeigen diese Eingriffe oft auf Dauer keine guten Ergebnisse, daher ist man davon inzwischen in den meisten Fällen abgekommen“, sagte der Experte für Enddarmerkrankungen. Seit einiger Zeit werden an der Raphaelsklinik kleine Geräte in der Größe eines Herzschrittmachers implantiert, deren Impulse den Schließmuskel trainieren, „mit dieser neuen Methode haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“ berichtete Allemeyer aus der Praxis und ermutigte die Zuhörer abschließend „die Flinte nicht ins Korn zu werfen“, sondern gemeinsam mit dem Arzt nach einer Lösung zu suchen.

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