Fragerunde mit dem Publikum (v. l.): Moderator Adam Riese, Dr. Klaus Wrenger (Schmerztherapiezentrum Münster), Prof. Dr. Ingo Husstedt und Prof Dr. Dr. Stefan Ewers (Schmerzambulanz des Universitätsklinikums Münster).

Großes Interesse an Kopfschmerz-Therapie

[18.06.2009]

Um Therapie und Vermeidungsstrategien für Kopfschmerzen ging es bei der öffentlichen Informationsveranstaltung im Foyer der Raphaelsklinik, die am 17. Juni im Foyer der Raphaelsklinik stattfand. Drei Experten aus dem Bereich Schmerztherapie standen den über 100 Interessierten und Betroffenen Rede und Antwort. Die Moderation übernahm der münstersche Entertainer Adam Riese.
Wie die nichtmedikamentöse Schmerzbehandlung gegen Kopfschmerzen hilft, referierte Dr. Klaus Wrenger, Spezialist für Schmerztherapie am Ambulanz-Zentrum der Raphaelsklinik und Organisator des Patientenforums. Ein dunkler Raum, Ruhe oder eine kühlende Einreibung mit Pfefferminzöl an den Schläfen können Kopfschmerzen abklingen lassen. Bei Migräne kann eine Tasse Kaffee oder die Auflage eines Kühlelements ausreichen, bei Spannungskopfschmerzen ein Wannenbad. Zur Vorbeugung eignen sich Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Jacobsen-Relaxation oder Tai-Chi, Sport und Bewegung, Akupunktur, Verhaltenstherapie und Biofeedback.
Thema von Prof. Dr. Ingo Wilhelm Husstedt, Neurologe an der Schmerzambulanz des Universitätsklinikums Münster, waren Kopfschmerzen durch Medikamenten-Missbrauch und idiopathische Kopfschmerzen. Idiopathische Kopfschmerzen, die keine erkennbare Ursache haben und genetisch bedingt sind, umfassen 80 Prozent der Kopfschmerzen. Bei Migräne, Spannungskopfschmerz und dem seltenen Cluster-Kopfschmerz, den drei häufigsten Formen der idiopathischen Kopfschmerzen, hilft eine spezifische medikamentöse Behandlung. Wirkstoffe wie Triptane zum Beispiel sind bei Migräne und Cluster-Kopfschmerzen wirksam, können bei Spannungskopfschmerzen aber nicht eingesetzt werden. 30 Prozent der Patienten haben Kopfschmerzen, weil sie zu häufig Schmerzmittel nehmen und diese Überdosierung Beschwerden verursacht.
Prof. Dr. Dr. Stefan Ewers, Neurologe und Leiter der Schmerzambulanz am Universitätsklinikum Münster, beschrieb ausführlich Symptomatik und medikamentöse Therapie der Migräne. „Ohne Medikamente eine Attacke zu durchbrechen, ist ganz, ganz schwer. Vor einer Attacke helfen sowohl Medikamente als auch nicht-medikamentöse Verfahren, aber auch eine Kombination von beiden“, berichtete er.

Text: Esther Handfest