Unter der Anleitung von Boris Reinermann (r.) und Dr. Barbara Stroetmann konnte in der Raphaelsklinik die richtige Herzdruckmassage geübt werden.
Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson hielt die Begrüßungsrede.
Chefarzt Prof. Dr. Claus Spieker informiert über die Ursachen von Herzerkrankungen.
Dr. Andreas Bohn ist leitender Notarzt der Berufsfeuerwehr Münster.
Der niedergelassene Kardiologe Dr. Christian Fechtrup berichtet über das Leben nach dem Infarkt.
Dr. Frank Lieder, Prof. Dr. Claus Spieker und Dr. Christian Fechtrup beantworten die Fragen der Zuhörer.
Das Foyer der Raphaelsklinik war mit rund 100 Zuhörern voll besetzt.
An Übungspuppen konnten die Zuhörer unter fachkundiger Anleitung die Wiederbelebung üben.

Herz in Gefahr

[12.11.2012]

Geduldig lässt sich der Patient den Brustkorb eindrücken ohne eine Miene zu verziehen. „Zu schnell, langsamer pumpen“, erklärt der Krankenpfleger Boris Reinermann unterdessen „das Herz muss zwischen den Stößen Zeit haben, sich wieder mit Blut zu füllen.“ Der „Patient“ ist eine Übungspuppe aus Kunststoff, die Situation hingegen kann jederzeit und an jedem Ort stattfinden.

„Pro Jahr sterben in Europa rund 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod“, sagt der leitende Notarzt der münsterschen Feuerwehr, Dr. Andreas Bohn, und fügt hinzu „wenn jeden Tag in Europa ein Verkehrsflugzeug abstürzen würde, würden wir alle auf die Barrikaden gehen und sagen, dass das nicht so bleiben kann.“ Während eines Aktionstages im Foyer der Raphaelsklinik mit dem Titel „Herz in Gefahr“ informierten Experten des Krankenhauses, der Feuerwehr und einer kardiologischen Praxis über die Ursachen des Herzinfarkts und über schnelle Maßnahmen zur Hilfe.

Nach den Vorträgen konnten die Besucher an Wiederbelebungskursen teilnehmen. Chefarzt Prof. Dr. Claus Spieker, der zusammen mit dem leitenden Oberarzt Dr. Frank Lieder der Aktionstag geplant hat, erlebt in der Ambulanz nahezu täglich, wie wichtig das beherzte Eingreifen im Fall eines akuten Herzstillstands ist „Jeder kann durch die Herzdruckmassage dafür sorgen, dass Menschenleben gerettet werden. Der größte Fehler ist, gar nichts zu tun.“ Dabei gelte es, den Kreislauf so lange aufrecht zu halten, bis die Rettungskräfte eintreffen. In Münster sind dies meist nur wenige Minuten. Zeit, die Leben rettet, wie die Mediziner sagen.

„Oft bluten die Patienten, weil sie zum Beispiel auf den Kopf gestürzt sind“, erklärt Lieder „das hält viele Menschen von der klassischen Mund-zu-Mund-Beatmung ab.“ Diese sei nach neuesten Leitlinien aber gar nicht mehr notwendig, die Herzdruckmassage ist das Wesentliche bei der Wiederbelebung erklären die Experten.

Der Aktionstag im Foyer der Raphaelsklinik mit über 100 Besuchern fand im Rahmen der jährlich stattfindenden Herzwoche der Deutschen Herzstiftung statt.