Klaus Stoppe (vorne) freut sich, dass Dr. Marco Castrucci, Dr. Frank Lieder und Dr. Max Weber (v.l.) erfolgreich die Verengung seiner Herzkranzgefäße behandelt haben.
Dr. Marco Castrucci, Dr. Max Weber, Klaus Stoppe, Dr. Frank Lieder und Prof. Dr. Claus Spieker (v.l.) im neuen Herzkatheterlabor.
Während der Pressekonferenz.
Dr. Frank Lieder erläutert das EKG von Klaus Stoppe.

Herzinfarkt – Nicht immer sind die Symptome typisch

[14.01.2014]

Einen Koffer in die zweite Etage tragen – für einen gesunden Menschen kein Problem. Das dachte sich auch Klaus Stoppe. Am offenen Fenster des Hotelzimmers musste der ehemalige Polizeihauptkommissar dann jedoch minutenlang nach Luft ringen. Auch bei Spaziergängen fiel er immer weiter zurück und hatte mit Atemnot zu kämpfen. Als dann noch Schwindelgefühle dazu kamen entschied er sich für einen Besuch bei seinem Hausarzt – zum Glück! Dieser entschied sich für einen gründlichen Check-up, da bei Stoppe diverse Risikofaktoren vorliegen, insbesondere ein Diabetes. Die darauf folgende Überweisung in die Raphaelsklinik rettete Stoppe vermutlich das Leben.

Beim nächsten Schneeschippen hätte Klaus Stoppe einen lebensgefährlichen Herzinfarkt erleiden können, da ist sich Dr. Frank Lieder, Kardiologe an der Raphaelsklinik, sicher. Bei der Untersuchung im kooperierenden Herzkatheterlabor von Dr. Max Weber und Dr. Marco Castrucci im Ambulanzzentrum der Raphaelsklinik wurden zwei extreme Gefäßverengungen im Herzen des Rentners erkannt und direkt behandelt. Die beiden Gefäße waren bereits zu 90 Prozent verschlossen und konnten gerade noch rechtzeitig durch zwei Stents geweitet werden. Zum Einsatz kam dabei das derzeit modernste Herzkatheterlabor der Region. Klaus Stoppe konnte bereits einen Tag nach dem - wie er versicherte - schmerzfreien Eingriff wieder nach Hause gehen.

Bei Diabetikern können die Symptome für einen Herzinfarkt völlig anders aussehen als Menschen ohne Zuckerkrankheit. Enge in der Brust, ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm, Kribbeln: „Solche Beschwerden hatte ich nie!“ bestätigt Stoppe. Durch die Krankheit werden die Nervenenden in Mitleidenschaft gezogen, bei vielen Betroffenen verändert sich dadurch das Schmerzempfinden. Diabetiker sollten mehr noch als andere „in sich hineinhorchen“, empfehlen die Experten der Raphaelsklinik.

Aufgrund von ständig steigenden Risikofaktoren wie Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen oder mangelnder Bewegung ist die Tendenz zum Herzinfarkt steigend. Prof . Dr. Claus Spieker, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, sieht dringenden Bedarf auch bei der kardiologischen Vorsorge. Denn leider gibt es kein „Herzinfarkt-Vorwarnsystem“. Neben den  regelmäßigen Check-ups beim Hausarzt sollte jeder Mensch die Risikofaktoren einer kardiovaskulären Erkrankung minimieren.