"Hexen, Heiler, Scharlatane?" zur Geschichte der Medizinethnologie

[31.10.2002]

"Hexen, Heiler, Scharlatane?“
Mit dieser ungewöhnlichen Fragestellung eröffnen Professoren der Universität Münster zusammen mit Nachwuchswissenschaftlern am Freitag, dem 8.11. um 16 Uhr im neuen Foyer der Raphaelsklinik eine Ausstellung zur Geschichte der Medizinethnologie. Die Ausstellung wird nach der Eröffnung 14 Tage lang (bis zum 22.11.) zu sehen sein.

Im Rahmen der Aktionsreihe "Uni Goes Public" präsentieren sich Ethnologen (Völkerkundler) und Mediziner am Freitag gemeinsam den Besuchern in der Raphaelsklinik und erinnern an die Berührungspunkte ihrer jeweiligen wissenschaftlichen Disziplinen. Franz Pera vom Institut für Anatomie spricht fachübergreifend für die Mediziner, während Annemarie Fiedermutz vom Institut für Ethnologie Wissenswertes zur Geschichte der Medizinethnologie beiträgt. Den schmalen Grat zwischen ungewöhnlichen Heilmethoden und Täuschung beschreibt der Ethnologe Knut Knackstedt.

Zu Demonstrationszwecken betätigt er sich anschließend als "Scharlatan", während Florian Diederich, Susanne Pötzl, Arne Steinforth, Ilka Hillenstedt und Nina Nolte vom Institut für Ethnologie interessierten Besuchern gruppenweise die Ausstellung nahe bringen.
Mehr als 60 Abbildungen rund um das Thema Medizin und Völkerkunde sind von Florian Diederich und Studierenden des Instituts für Ethnologie zu einer Galerie zusammengestellt worden, die sich sehen lassen kann. Die Ausstellung ist das Ergebnis mehrjähriger Arbeit, und sie ist immer wieder ergänzt worden.

Die bildlichen Zeugnisse aus der Geschichte der Medizinethnologie sind vorwiegend zeitgenössische Illustrationen ab dem 15. Jahrhundert. Sie spannen einen historischen Bogen zwischen dem chinesischen, arabischen, afrikanischen und europäischen Heilswesen. Inhaltlich bilden sie einen Querschnitt aus dem Spektrum von Naturwissenschaft, Religion, Volksmedizin und "Scharlatanerie", in dem Medizin und Ethnologie erscheinen können. Wer nicht zur Ausstellungseröffnung am Freitag um 16 Uhr in die Raphaelsklinik kommen kann, der hat in den zwei Wochen danach noch täglich zwischen 10 und 20 Uhr die Möglichkeit, im neuen Foyer der Klinik der Frage "Hexen, Heiler, Scharlatane?" nachzugehen.

Text: Dr. Knut Knackstedt

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