"Ikonen – Fenster zur Ewigkeit"

[15.08.2008]

Am 14. August wurde um 19 Uhr im Foyer der Raphaelsklinik die Ausstellung "Ikonen – Fenster zur Ewigkeit" mit Werken der Clemensschwester Dorothee eröffnet. Der Benediktinerpater Prof. Dr. Winfrid Cramer führte als Gastredner in das Wesen der Ikonen ein. Musikalisch bereicherte die junge Pianistin Sarah Kuhlenbeck den Abend.

Wer am Abend der Ausstellungseröffnung meinte, ein Déjà-vu-Erlebnis zu haben, lag nicht ganz falsch, die Ikonen von Schwester Dorothee waren bereits im Frühjahr 2004 im Foyer der Klinik zu sehen. Die Ausstellung stellte den Brückenschlag zwischen dem 200. Jubiläum der Clemensschwestern und dem 100. Jubiläum der Raphaelsklinik dar.
Nachdem Pater Winfrid seine Erlebnisse beim Besuch einer zypriotischen Kirche und die Verehrung der Kirchenbesucher für die dortigen Ikonen schilderte, erläuterte er den Zuhörern den Unterschied zwischen einer Ikone und einem profanen Bild: „Wer eine Ikone begreifen will, muss sie aus der Glaubenswelt, aus der Theologie und Spiritualität der orthodoxen Christen erspüren. Die ganze Faszination der Ikone erschließt sich erst dem, der im Kunstwerk ein ‚Fenster zur Ewigkeit’, ein ‚Guckloch auf das Miteinander von Gott und Mensch’ geöffnet sieht.“ Den Ikonenschreiber, so der korrekte Begriff, beschreibt er so: „Er versteht sich selbst weniger als einen Kunstschaffenden, sondern viel mehr als Vermittler einer geistlichen Botschaft. Er tritt ganz hinter seinem Werk zurück; deshalb werden Sie auch kaum jemals eine Künstlersignatur auf einer Ikone finden.“
Als „überragend“ bezeichnete Pater Winfrid die handwerklichen Fähigkeiten von Schwester Dorothee, machte aber auch klar, dass es nicht ihr Ziel sei, dies als reinen Selbstzweck nach Außen zu tragen. Vielmehr sei das Anfertigen der Ikonen für die Clemensschwester eine wichtige meditative Auseinandersetzung mit dem Heilswirken Gottes für uns Menschen und eine entsprechende Möglichkeit seiner Verkündigung.

Parallel zur Ikonenausstellung war die Wanderausstellung „Die sieben Werke der Barmherzigkeit für heute“ im Foyer zu Gast und verdeutlichte den Besuchern mit ausdrucksstarken Fotos und prägnanten Texten das Wirken der Clemensschwestern in der Gegenwart. Auch während der "Nacht der Museen und Galerien" der Stadt Münster am 6. September wurde die Ausstellung von interessierten Bürgern aufgesucht.

(Michael Bührke)

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