Chefarzt Prof. Dr. Ralf Scherer vom Clemenshospital und sein Chefarztkollege Dr. Norbert Mertes von der Raphaelsklinik (v.l.) informieren über das Thema Sepsis.
Chefarzt Prof. Dr. Ralf Scherer vom Clemenshospital und sein Chefarztkollege Dr. Norbert Mertes von der Raphaelsklinik (v.l.) informieren über das Thema Sepsis.
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Jede Sekunde zählt: Krankenhäuser kämpfen gegen Sepsis

[11.09.2015]

Blutvergiftung: In den Vorstellungen vieler Menschen ist dies der schmerzhafte rote Streifen, der sich bis zum Herzen vorarbeitet. Doch diese Annahme ist falsch, es handelt sich hierbei nicht um das Anzeichen einer Sepsis, im Volksmund auch Blutvergiftung genannt, sondern um die Entzündung eines Lymphgefäßes. Eine Sepsis ist eine Entzündungsreaktion, die den ganzen Organismus erfasst und Folge einer – meist bakteriellen – Infektion ist. Sie zählt heute zu den häufigsten Todesursachen und muss schnell erkannt und behandelt werden, damit der Patient noch eine Chance hat, gerettet zu werden.

Deshalb informieren das Clemenshospital und die Raphaelsklinik anlässlich des Welt-Sepsis-Tages in den kommenden zwei Wochen im Rahmen einer Info-Kampagne alle Besucher der beiden Kliniken über die Ursachen und Symptome dieser gefährlichen Erkrankung. „Wir möchten das Krankheitsbild mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit holen, denn mit jeder gewonnen Stunde sinkt die Sterblichkeitsrate um acht Prozent“, erläutert Prof. Dr. Ralf Scherer, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Clemenshospitals. Bereits 2008 hat er die Umsetzung der Leitlinien der Deutschen Sepsis-Gesellschaft in seinem Krankenhaus mit auf den Weg gebracht. Sein Chefarztkollege der Raphaelsklinik, Dr. Norbert Mertes, erklärt, worauf geachtet werden muss: „Wenn jemand eine Infektion hat – egal welcher Art – und plötzlich verwirrt oder apathisch erscheint, zudem unter Fieber oder Schüttelfrost leidet, über Atemnot oder eine zu schnelle Atmung klagt, dann sollte er umgehend ins Krankenhaus gebracht werden – die Gefahr einer Sepsis ist dann hoch!“

Bei der Sepsis gelangen Erreger oder deren Giftstoffe von einem Entzündungsherd ausgehend in die Blutbahn und lösen im gesamten Körper Abwehrreaktionen aus. Im meist sehr schnellen Verlauf können einzelne oder mehrere Organe ihre Funktion einstellen, was schnell lebensbedrohend wird. Eine Tetanus-Impfung kann – entgegen der weitläufigen Meinung – eine Sepsis nicht verhindern, weil die Erreger, die Tetanus auslösen, nicht zu einer Sepsis führen. Man kann sich jedoch gegen einige Sepsiserreger wie die Pneumokokken impfen lassen. Besonders Kleinkindern, Erwachsenen über 65 und Menschen, die ohne Milz geboren wurden oder ihre Milz durch Krankheit oder Unfall verloren haben, wird von der Deutschen Sepsis-Gesellschaft empfohlen, sich impfen zu lassen, weil sie durch Pneumokokken besonders gefährdet sind.

An einem Infostand in den Foyers der beiden Kliniken werdendie Besucher und Patienten rund um den Welt-Sepsis-Tag am 13. September ausführlich über die Sepsis informiert. Auf allen Stationen hängen zudem Aufklärungs-Plakate, die gezielt auf die Symptome und die richtige Therapie der Sepsis hinweisen.

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WST_Was_ist_Sepsis_German.pdfpdf972.08 KB