Der Chor "Signale" mit einigen der ausgestellten Bilder.
Der Chor "Signale" sang während der Ausstellungseröffnung afrkanische Lieder.
Dr. Heike Specht-Oswald berichtet von ihrer therapeutischen Arbeit in Südafrika.
Marlies Bauckloh berichtet von der Arbeit in Südafrika.
Dr. Heike Specht-Oswald berichtet von ihrer therapeutischen Arbeit in Südafrika.
Farbenfrohe Bilder mit traurigem Hintergrund.

Kinderbilder aus Südafrika

[12.06.2012]

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie ganz gewöhnliche Kinderbilder, farbenfroh und lustig. Beim genaueren Hinsehen haben viele Bilder etwas Verstörendes, Fremdartiges. Die 25 bunten Bilder, die gegenwärtig im Foyer der Raphaelsklinik hängen, entstanden in Südafrika und sind das Ergebnis malpädagogischer Arbeiten mit Kindern zwischen sechs und 15 Jahren. Sie sind aufgewachsen in der ärmsten Region des Landes, der östlichen Kapregion, umgeben von Gewalt und Armut, bedroht von Krankheiten wie AIDS und Tuberkulose.

„Die Kinder dort haben keine Perspektive, es herrscht große Frustration. Südafrika hat die zweithöchste Kriminalitätsrate der Welt“ erläutert Marlies Bauckloh vom Chor „Signale e. V.“, der sich für benachteiligte Menschen in Südafrika und Zimbabwe engagiert. Vor einiger Zeit wurde die Psychotherapeutin Dr. Heike Specht-Oswald auf den Chor aufmerksam und es reifte die Idee, gemeinsam in Südafrika mit traumatisierten Kindern zu arbeiten. „Das Malen gibt einen direkteren Zugang zu den Gefühlen als Worte“ erklärt Specht-Oswald. Während der Arbeit mit den Kindern achtet sie lediglich darauf, dass die Pinsel nicht von Farbtopf zu Farbtopf wandern, damit die Farben sich nicht mischen, „ansonsten hätte man nach einiger Zeit nur noch Braun“, erklärt die Psychotherapeutin. „Der Malbegleiter ist kein Lehrer sondern Assistent und Helfer der Kinder. Wir fragen nur: Welche Farbe springt dir als erste ins Auge? Damit fängt das Kind dann an zu malen“ sagt Specht-Oswald, auch die Themen werden nicht vorgegeben. Auf vielen Bildern sind Rahmen zu erkennen, ein Ausdruck für den Wunsch der Kinder, behütet zu werden. „Oft sieht malen die Kinder liegende Menschen. Das sind Eltern und andere Familienangehörige, die zum Beispiel an AIDS erkrankt sind.“

Begleitet wurde die Ausstellungseröffnung im Foyer der Raphaelsklinik von afrikanischen Liedern, die der Chor „Signale“ vortrug. Eines der Lieder hieß übersetzt „AIDS tötet – Wir müssen gemeinsam dagegen vorgehen“, ein schwieriger Kampf, zu dem die Arbeit von „Signale e. V.“ zusammen mit Dr. Heike Specht-Oswald einen kleinen Beitrag leistet.

Die Bilder können käuflich erworben werden. Der Erlös kommt dem Verein "Signale e. V." zugute. Die Ausstellung ist bis zum 1. Juli täglich im Foyer der Raphaelsklinik zu sehen, der Eintritt ist frei.

http://www.signale-ev.de/

Kinderbilder aus Südafrika