Kliniken führen Handy-Zonen ein

[08.09.2008]

Kaum ein Mensch, der in der heutigen Zeit nicht mindestens ein Handy besitzt. Dennoch ist die Nutzung des Mobiltelefons genau dort verboten, wo Kommunikation eigentlich am wichtigsten ist: im Krankenhaus. Doch das wird sich jetzt ändern.

In den münsterischen Häusern der Misericordia Krankenhausträgergesellschaft, Clemenshospital und Raphaelsklinik werden ab sofort Handyzonen eingerichtet. Patienten und Besuchern wird damit ermöglicht in speziell gekennzeichneten Bereichen ihre Mobiltelefone zu benutzen, ohne damit die vielen empfindlichen medizinischen Geräte zu gefährden. Die waren bisher der Grund für das Handyverbot im Krankenhaus. Durch die elektromagnetischen Felder der Mobiltelefone ist es möglich, dass die Funktionsweise der Geräte gestört wird. "Die Sicherheit der Patienten kommt für uns an erster Stelle", so Gerhard Tschorn, Geschäftsführer des Clemenshospitals. Wie nun das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bekannt gegeben hat, besteht bei genügendem Sicherheitsabstand aber keine Gefahr für die Medizingeräte. Das Verbot wird in sensiblen Bereichen, wie der Intensivstation oder den Patientenzimmern weiterhin bestehen bleiben, "aber in vielen Wartebereichen ist das telefonieren mit dem Handy nun erlaubt" erklärt Tschorn.

Clemenshospital und Raphaelsklinik sind damit die ersten Krankenhäuser in Münster, die das Handyverbot jetzt lockern. "Dem berechtigten Kommunikationsbedürfnis der Patienten kann so endlich nachgekommen werden" sagt Michael Bührke, Pressesprecher der Raphaelsklinik. Da die Hinweisschilder nicht nur die Handyzonen auszeichnen, sondern auch mit der Bitte versehen sind, den Klingelton auszuschalten, besteht auch keine Gefahr für die Nerven der Patienten.

Julia Ehrich

 TV-Beitrag "Handyzone"