Klinikpfad eröffnet

[10.07.2008]

Der Krankenhausaufenthalt bedeutet für die Patienten neben der Hoffnung auf Genesung leider allzu oft auch Langeweile. Warten auf die nächste Untersuchung, den Besuch der Angehörigen oder das Essen. Irgendwann ist die Zeitung durchgelesen, die CD zum fünften Mal gehört und für’s Fernsehen ist es eindeutig zu früh. Was tun?

Den ganzen Tag über zu schlafen ist nicht nur unbefriedigend sondern eindeutig gesundheitsschädigend: “Schon nach wenigen Stunden bis Tagen stellen sich körperliche Reaktionen ein, wie die Einschränkung des Atemvolumens mit möglichen Komplikationen wie Sekretstau in der Lunge, Pulsanstieg, Verstopfung, Abnahme der Magensekretion und Magenbewegung sowie dem Schwinden der Muskelkraft“, weiß die stellvertretende Pflegedirektorin und Initiatorin des neuen Klinikpfades, Klaudia Oehlmann, zu berichten. Sie stellt klar, dass das moderne Krankenhaus geradezu eine Verpflichtung dazu hätte, dem Patienten Alternativen zum Liegen im Bett zu bieten. So entstand auf der Grundlage einer pflegewissenschaftlichen Studie von Dr. Angelika Abt-Zegelin zum Phänomen der Bettlägerigkeit und bereits bestehender Beispiele in Kliniken der Städte Witten/Herdecke, Nürnberg und Fürth die Idee, eine Art Wanderweg durch das Krankenhaus zu entwickeln, den "Klinikpfad".

Als Eröffnungstermin wurde der 10. Juli festgelegt, der Gründungstag der Raphaelsklinik. Nach dem Festgottesdienst trafen sich die Mitarbeiter zur feierlichen Eröffnung. Da die Idee im Rahmen des 100-jährigen Bestehens der Raphaelsklinik entstanden ist, lag es nahe, in die Geschichte der Klinik einzusteigen. Einige Stationen berichten über frühere Funktionen des jeweiligen Bereiches, in Vitrinen werden medizinische und pflegerische Gegenstände des letzten Jahrhunderts dargestellt. Ein Modell der Raphaelsklinik aus dem Jahr 1990 gibt einen Überblick über die Gebäudeanordnung und im Treppenhaus des denkmalgeschützten Hochhauses wird die Ornamentik des Geländers erläutert. Von einigen pflegerischen Stationen gibt es besondere Aussichten, zum Beispiel auf das mit Kupfer ummantelte Dach des denkmalgeschützten Hochhauses. Im 5. Stock erläutern Panoramafotos die Namen herausragender Gebäude Münsters inklusive Entfernungsangaben. Auch der Garten wurde einbezogen.

Die jeweilige Beschreibung an den Haltpunkten lässt sich auf Plakaten im Format 40 x 100 cm² nachlesen, ein Faltblatt leitet die Patienten sicher von Haltepunkt zu Haltepunkt. Kleine Wegweiser mit dem Symbol des Engels dienen ebenfalls der Orientierung. Klaudia Oehlmann setzt große Erwartungen in den neuen Klinikpfad: „Wir hoffen, der Klinikspaziergang wird allen, die ihn in unserer Klinik erleben können, Motivation und Freude bringen, ganz nach dem Motto von Paul Haschek: ‚Bewegung macht beweglich und Beweglichkeit kann manches in Bewegung setzen’“.

Klaudia Oehlmann
Michael Bührke