Klinischer Abend in der Raphaelsklinik

[13.10.2003]

Herzklappenfehler, Bluthochdruck, Rhythmusstörungen, der ständig laufende Motor unseres Blutkreislaufs ist empfindlich und wird mit steigendem Alter zunehmend störanfälliger. Beim klinischen Weiterbildungsabend der Raphaelsklinik unter der Leitung von Prof. Dr. Claus Spieker informierten sich niedergelassene Ärztinnen und Ärzte über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Thema „Kardiologie des Alters“.

Die Zuhörer trafen auf namhafte Spezialisten, die wertvolle Einblicke in die Erkenntnisse ihrer Arbeit mit herzerkrankten Patientinnen und Patienten gaben. Bei der Behandlung von Herzklappenfehlern, die im Alter in erster Linie durch zunehmende Verkalkung entstehen, hat sich laut Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Direktor des Herz- und Diabeteszentrums in Bad Oeynhausen, der Einsatz des Herzkatheters durchgesetzt. Ebenso wichtig wie die passende Operationsmethode sei nach Meinung des Experten allerdings auch die Wahl der richtigen Medikamente, die nach dem Eingriff vor Folgeschäden schützen sollen. Auch der richtige Zeitpunkt der Operation wird nach Auffassung Horstkottes oft verpasst. Moderne Untersuchungsmethoden und die Sachkenntnis des behandelnden Arztes seien hier von großer Bedeutung.

Dass es sich beim Bluthochdruck im Alter und dem in der Jugend vermutlich um zwei grundlegend unterschiedliche Erkrankungen handelt, zu diesem verblüffenden Ergebnis kam Prof. Dr. Walter Zidek, Präsident der Deutschen Hochdruckliga und Direktor der Medizinischen Klink IV an der Berliner Charité in seinem Vortrag. Im Alter verlieren die großen Arterien, die das Blut vom Herzen in den Körper leiten, zunehmend an Dehnbarkeit. Der „Windkesseleffekt“, der für einen möglichst gleichmäßigen Fluss des Blutstroms durch den Körper sorgt, funktioniert nur noch eingeschränkt. Übliche Hochdruckmedikamente sind hier machtlos, sie wirken hauptsächlich auf die haarfeinen Kapillargefäße. Neue Medikamente seien gegenwärtig noch in der Erprobung.

Kritisch beleuchtet wurden aktuelle Studien aus den USA, die eine bestimmte Gruppe von Medikamenten zur Bluthochdrucktherapie empfehlen. Diese Diuretika, die ein verstärktes Ausschwemmen von Wasser aus dem Körper bewirken, werden wegen ihrer geringen Kosten vom Deutschen Gesetzgeber favorisiert. Ob sie tatsächlich immer das Mittel der Wahl sind, stellen die Ergebnisse einer Australischen Studie ebenso wie Zidek in Frage.

Der Münsteraner Internist und Kardiologe Dr. Christian Fechtrup beendete den klinischen Abend in der Raphaelsklinik mit einem Bericht über seine Erfahrungen bei der Umsetzung kardiologischer Leitlinien in der Praxis. Die klinischen Abende der Raphaelsklinik finden regelmäßig statt und geben Ärztinnen und Ärzten und dem Raum Münster die Gelegenheit, sich in Fragen der medizinischen Forschung auf dem Laufenden zu halten. (13.10.2003)

Herzklappenfehler, Bluthochdruck, Rhythmusstörungen, der ständig laufende Motor unseres Blutkreislaufs ist empfindlich und wird mit steigendem Alter zunehmend störanfälliger. Beim klinischen Weiterbildungsabend der Raphaelsklinik unter der Leitung von Prof. Dr. Claus Spieker informierten sich niedergelassene Ärztinnen und Ärzte über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Thema „Kardiologie des Alters“.

Die Zuhörer trafen auf namhafte Spezialisten, die wertvolle Einblicke in die Erkenntnisse ihrer Arbeit mit herzerkrankten Patientinnen und Patienten gaben. Bei der Behandlung von Herzklappenfehlern, die im Alter in erster Linie durch zunehmende Verkalkung entstehen, hat sich laut Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Direktor des Herz- und Diabeteszentrums in Bad Oeynhausen, der Einsatz des Herzkatheters durchgesetzt. Ebenso wichtig wie die passende Operationsmethode sei nach Meinung des Experten allerdings auch die Wahl der richtigen Medikamente, die nach dem Eingriff vor Folgeschäden schützen sollen. Auch der richtige Zeitpunkt der Operation wird nach Auffassung Horstkottes oft verpasst. Moderne Untersuchungsmethoden und die Sachkenntnis des behandelnden Arztes seien hier von großer Bedeutung.

Dass es sich beim Bluthochdruck im Alter und dem in der Jugend vermutlich um zwei grundlegend unterschiedliche Erkrankungen handelt, zu diesem verblüffenden Ergebnis kam Prof. Dr. Walter Zidek, Präsident der Deutschen Hochdruckliga und Direktor der Medizinischen Klink IV an der Berliner Charité in seinem Vortrag. Im Alter verlieren die großen Arterien, die das Blut vom Herzen in den Körper leiten, zunehmend an Dehnbarkeit. Der „Windkesseleffekt“, der für einen möglichst gleichmäßigen Fluss des Blutstroms durch den Körper sorgt, funktioniert nur noch eingeschränkt. Übliche Hochdruckmedikamente sind hier machtlos, sie wirken hauptsächlich auf die haarfeinen Kapillargefäße. Neue Medikamente seien gegenwärtig noch in der Erprobung.

Kritisch beleuchtet wurden aktuelle Studien aus den USA, die eine bestimmte Gruppe von Medikamenten zur Bluthochdrucktherapie empfehlen. Diese Diuretika, die ein verstärktes Ausschwemmen von Wasser aus dem Körper bewirken, werden wegen ihrer geringen Kosten vom Deutschen Gesetzgeber favorisiert. Ob sie tatsächlich immer das Mittel der Wahl sind, stellen die Ergebnisse einer Australischen Studie ebenso wie Zidek in Frage.

Der Münsteraner Internist und Kardiologe Dr. Christian Fechtrup beendete den klinischen Abend in der Raphaelsklinik mit einem Bericht über seine Erfahrungen bei der Umsetzung kardiologischer Leitlinien in der Praxis. Die klinischen Abende der Raphaelsklinik finden regelmäßig statt und geben Ärztinnen und Ärzten und dem Raum Münster die Gelegenheit, sich in Fragen der medizinischen Forschung auf dem Laufenden zu halten.