Kunst-Installation „1000 Engel"

[18.12.2008]

Kunst-Installation „1000 Engel"

Am Sonntag, 18. Januar wird die Märchenerzählerin Christel Niesert unterstützt von dem Pianisten Andreas Brockmann um 16 Uhr im Foyer der Raphaelsklinik im Rahmen der Kunst-Installation „1000 Engel“ von Andreas Rimkus eine Lesung mit musikalischer Begleitung abhalten. Der Eintritt ist frei.

Die Märchen der Völker erzählen vom Leben der Menschen, von ihrem Weg durch das Leben, von  Aufgaben, die ihnen gestellt werden und von den oft lebensbedrohenden Gefahren, in die sie sich  begeben müssen, um ihr Ziel nicht zu verfehlen. Dabei kommt  die rettende Hilfe im Märchen immer zur rechten Zeit, wenn der Held oder die Heldin sich eingesteht, aus eigener Kraft die schier unlösbar erscheinenden Aufgaben nicht bewältigen zu können. Dabei bleibt „das Märchen  rätselhaft, weil es wie absichtslos das Wunderbare mit dem Natürlichen, das Nahe mit dem Fernen, Begreifliches mit Unbegreiflichem mischt“, wie es der Schweizer Literaturwissenschaftler Max Lüthi formulierte.

Auch  in den  Vorstellungen von Engeln als Mittler zwischen der Sphäre des Göttlichen und den Menschen  mischen sich materielle irdische Attribute mit der Zuordnung zu Sphäre des rein Geistigen. Diese „Zwischenwesen“, bereits in griechisch-vorchristlicher Zeit „angeloi“, Boten, genannt, werden  auch als Begleiter der Menschen gesehen, vielfältige Eigenschaften werden ihnen zugeschrieben. So können sie als starke, wehrhafte Schutzkräfte Drachen als Sinnbild des Bösen töten, oder, wie der Erzengel Raphael, als treue Reisebegleiter den Menschen durch das Leben geleiten und heilen. Sie haben Flügel und einen Wanderstab, können sich hinauf schwingen, wenn es an der Zeit ist.

Im Märchen erscheinen die hilfreichen Geister und heilenden Wesen nicht immer in menschenähnlicher Gestalt, doch immer so, dass „die Heilung am Ende einen wirklichen Heilsgewinn abwirft“, erläutert der Autor Heino Gehrts.

Die Märchenerzählerin  Christel Niesert  wird, unterstützt von Andreas Brockmann am Flügel, diese Aussage durch die Bildsprache der Märchen und den poetischen Zauber der Lyrik anklingen lassen. Die Installation von Andreas Rimkus „1000 Engel“ bildet dabei sowohl den imaginierten Raum transzendenter Vorstellungen ab, wie auch seine tatsächlich vorhandene materielle Repräsentation.

(Michael Bührke)