Prof. Matthias Hoffmann und Dr. Marc Theisen (v.r.) während der Infoveranstaltung in der Raphaelsklinik.
Das Foyer der Raphaelsklinik war während des Patiententages gut besucht.
Prof. Matthias Hoffmann (r.) und Dr. Holger Timmer während der Infoveranstaltung in der Raphaelsklinik.
Die Krebsberatungsstelle informierte über ihre Arbeit.
Anbieter von Hilfsmitteln zeigten ein Spektrum ihres Angebots.

Leben nach der Darmoperation

[08.11.2014]

Mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist der Darmkrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Mit einer Operation, auch wenn sie erfolgreich war, hören für viele Betroffene die Sorgen nicht auf. Chemotherapie, künstlicher Darmausgang, Schmerzen, die Rückkehr in den Alltag ist nach der Krankheit nicht immer einfach. Während eines Infotages hat das Darmkrebszentrum der Raphaelsklinik das Thema „Leben nach einer Darmoperation“ beleuchtet.

Mediziner, Stomaexperten, Vertreter von Selbsthilfegruppen und der Krebsberatungsstelle Münster informierten über den Erhalt der Lebensqualität, die Therapie von Verdauungsstörungen, das Leben mit einem künstlichen Darmausgang, moderne Chemotherapien sowie die Schmerz- und Palliativmedizin. „Von herausragender Bedeutung ist die enge Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen“, erläuterte der Leiter des Darmkrebszentrums, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann. Für Patienten mit Darmkrebs oder einem künstlichen Darmausgang (Stoma) ist dies die Deutsche ILCO. Fritz Elmer, Sprecher der Regionalgruppe Niederrhein, gibt den Zuhörern den Rat mit auf den Weg „Versuchen Sie nicht, die Probleme zu verdrängen aber verlieren Sie auch nicht den Spaß am Leben!“

Dr. Holger Timmer, Onkologe an der Raphaelsklinik, berichtete, wie Patienten auf Chemotherapien reagieren. „Die Therapien können bleibende Nebenwirkungen haben. Die Fatigue, ein Erschöpfungszustand, sowie Depressionen sind häufig. Sport und Entspannungsübungen können helfen“, so Timmer. Auch er empfiehlt den engen Kontakt zu medizinischen Experten und zu den Selbsthilfegruppen.

Dr. Marc Theisen, der an der Raphaelsklinik die Palliativstation leitet, berichtete über die Versorgung der Patienten im letzten Lebensabschnitt, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. „Eine hohe Lebensqualität zu erhalten ist die Herzensangelegenheit unserer Arbeit“, sagte der Mediziner und sieht als wesentlichen Schlüssel hierfür das intensive Gespräch mit den Betroffenen.