Informieren die Mitarbeiter von Raphaelsklinik und Clemenshospital über die sogenannte Schweinegrippe (v.l.:) Dr. Britt Hornei und Dr. Katharina Fastenrath

Mitarbeiter von Clemenshospital und Raphaelsklinik informieren sich über die Schweinegrippe

[12.11.2009]

Mitarbeiter von Clemenshospital und Raphaelsklinik informieren sich über die Schweinegrippe

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen sich auf der Grundlage objektiver Informationen selber ein Urteil darüber bilden, ob sie sich gegen die sogenannte Schweinegrippe impfen lassen möchten oder nicht“, sagt der Verwaltungsdirektor der Raphaelsklinik, Stefan Kentrup. Als Expertin holten Raphaelsklinik und Clemenshospital, die beiden münsterschen Häuser der Misericordia, die Expertin Dr. Britt Hornei vom Hygiene-Institut der Universität Bonn nach Münster, um sich umfassend und intensiv über das Virus zu informieren zu lassen. Hornei ist Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin und mit der H1N1-Grippe, wie sie offiziell heißt, bestens vertraut. „Die Schweinegrippe hat die übliche saisonale Grippe, was die Zahl der Betroffenen anbelangt, bereits längst überholt“, stellt sie fest.

Auch für die Expertin erstaunlich ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Krankheit weltweit ausgebreitet hat. Erst im April traten in Mexiko die ersten Fälle auf, bereits Mitte Juni rief die Weltgesundheitsorganisation die Phase 6 aus, eine länderübergreifende Ausbreitung, eine Pandemie, war somit nicht mehr aufzuhalten. „Die üblichen Grippemittel wirken je nach Medikament mehr oder weniger gut“, erklärte die Expertin, „das beste Mittel ist die vorbeugende Schutzimpfung“. Anders als bei der „normalen“ Grippe, die überwiegend ältere Menschen betrifft, erkranken bei der Schweinegrippe vermehrt Personen zwischen zehn und 29 Jahren. Ein Altersbereich, zu dem viele Klinikmitarbeiter, vor allem aus der Pflege, gehören. Sollten sie Kontakt zu einem Patienten gehabt haben, bei dem sich später eine Infektion mit dem Virus herausstellt, empfiehlt Hornei für die Inkubationszeit von vier Tagen das Tragen eines Mundschutzes bei der Arbeit, um die Krankheit nicht weiter zu verbreiten. Wer wegen Erkältungssymptomen den Weg in die Raphaelsklinik sucht, wird gebeten, auf dem Weg von der Pforte zur Notaufnahme einen Mundschutz zu tragen und sich die Hände zu desinfizieren. Patienten, die mit der Diagnose Schweinegrippe im Krankenhaus aufgenommen werden, müssen isoliert untergebracht werden.

Eine zusätzliche Gefahr geht von sogenannten Superinfektionen aus, bei denen andere Erreger den geschwächten Zustand des Infizierten nutzen und zum Beispiel eine Lungenentzündung auslösen. In beiden Krankenhäusern haben sich bereits zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine Impfung entschieden. „Unsere Vorräte an Impfstoff sind fast aufgebraucht, wir warten auf die nächste Lieferung“, bestätigt die Betriebsärztin von Clemenshospital und Raphaelsklinik, Dr. Katharina Fastenrath.

(Michael Bührke)