Die Talkrunde der Selbsthilfegruppen kam sehr gut an.
Im Foyer präsentierten sich die Tumorzentren und Kooperationspartner.
Aufmerksam folgen die Zuhörer den spannenden Vorträgen.
An den Ständen der Tumorzentren ergaben sich interessante Gespräche.
Im Foyer präsentierten sich die Tumorzentren und Kooperationspartner.

Neue Therapien gegen Krebs

[18.02.2016]

Mit Krebs im Leben stehen – der Titel des Informationstages der Münsteraner Allianz gegen Krebs (MAgKs) mag auf den ersten Blick etwas seltsam klingen, haben die meisten Betroffenen doch zunächst Angst, ihr Leben könnte sich dem Ende neigen. Doch die Diagnose Krebs ist heutzutage nicht mehr automatisch ein Todesurteil. Im Gegenteil: Die moderne Medizin ermöglicht vielen Betroffenen ein längeres Leben mit durchaus hoher Lebensqualität. Welche neuen Therapien dazu beitragen und wie sich die Selbstuntersuchung oder auch die Früherkennung darauf auswirken, erfuhren Betroffene, Angehörige und alle Interessierten beim Infotag der MAgKs am Mittwoch, 17. Februar, von 10.00 bis 14.30 Uhr in der Bezirksregierung Münster.

Die Betreuung aus einer Hand hat sich die MAgKs auf die Fahnen geschrieben. Durch den Zusammenschluss von Clemenshospital, Raphaelsklinik und Fachklinik Hornheide zur Allianz ist es möglich, das beste Ergebnis für den Patienten zu erzielen. "Jeder Krebs ist auf seine Art einzigartig, daher ist eine enge Kooperation unterschiedlicher Fachbereiche sehr wichtig", berichtete Prof. Dr. Dr. Gerhard Brodner, ärztlicher Direktor der Fachklinik Hornheide, während seines Begrüßungsvortrags. 36 Prozent aller Tumorpatienten Münsters werden innerhalb der MAgKs behandelt, wie Brodner weiter ausführte.

Gemeinsam werden Diagnosen diskutiert und Behandlungen besprochen. Kurze Wege für den Patienten sind dabei ganz wichtig. Und nicht nur die medizinisch-pflegerische Versorgung spielt dabei eine Rolle, auch Psychoonkologen, Ernährungswissenschaftler und Selbsthilfegruppen arbeiten in der Allianz eng zum Wohle des Patienten zusammen. All diese Berufsgruppen präsentierten sich daher auch beim Patiententag und standen den Besuchern für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Die Bremsen des Immunsystems blockieren

Dr. Michael Fluck, leitender Arzt der internistischen Onkologie der Fachklinik Hornheide, berichtete über neue Ansätze bei der Immuntherapie. "Früher haben wir versucht, beim Imunsystem auf's Gas zu treten, damit dies gegen die Tumorzentren aktiv wird. Inzwischen versuchen wir, die Bremsen zu blockieren", dieser neuer Ansatz zeigt bei unterschiedlichen Tumorarte nschon sehr gute Erfolge, wie Fluck erklärte.

Dass der Patient einen Anspruch darauf hat, immer nach aktuellem Stand behandelt zu werden, stellte Gilbert Aldejohann, Geschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, in seinem Vortrag zum Thema Patientenrechte fest. Besonders hervorgehoben hat Aldejohann, dass gerade durch die vielen Tumorkonferenzen innerhalb der MAgKs dem Anspruch des Patienten nach einer umfassenden Behandlung in besonderem Maße Genüge getan wird.

Dr. Ulrich Peitz wies die zahlreichen Zuhörer in den Räumen der Bezirksregierung darauf hin, dass Deutschland als einziges Land weltweit die Darmspiegelung zur Vorsorge für alle Bürger ab 55 Jahren anbietet. "Die damit durchaus verbundenen Kosten und Risiken sind es wert, in Kauf genommen zu werden, da durch diese Untersuchung ein Darmkrebs fast immer verhindert werden kann", ist sich der Chefarzt der Raphaelsklinik sicher. Leider nutzen von 1,7 Millionen Bürgern, die diesen Service in Anspruch nehmen könnten, nur 400.000 die Möglichkeit der kostenlosen Darmspiegelung.

Talkrunde der Selbsthilfegruppen

Während der Talkrunde mit Vertretern unterschiedlicher Selbsthilfegruppen wurde deutlich, dass die Hemmschwelle bei vielen Betroffenen groß ist, sich Fremden gegenüber zu öffnen. Oftmals sei die Angst da, nur über Krankheiten sprechen zu müssen. Doch alle Vertreter bekräftigten, dass in Selbsthilfegruppen über alles geredet wird, was den Menschen bewegt, und dass durchaus auch zusammen gelacht wird.

Die Assistenzärztin der Abteilung Dermatologie und Dermatohistologie der Fachklinik Hornheide, Teresa Schöne, zeigte Anhand vieler Fotos, wie ein Hautkrebs zum Beispiel von Leber- oder Altersflecken unterschieden werden kann. "Unscharf begrenzt, asymmetrisch, unterschiedlich gefärbt und größer als 6 Millimeter, das sind Alarmzeichen", warnt Schöne. Einen wichtigen Tipp gab die Ärztin den Zuhörern mit auf den Weg: Den Frisör zu bitten, die Kopfhaut aufmerksam zu beobachten. Wegen der Sonnenstrahlung ist die Kopfhaut nicht selten von Hautkrebs betroffen.

Von der Arbeit der Krebsberatungsstelle berichtete deren Leiterin Gudrun Bruns, Diplom-Sozialpädagogin und Psychoonkologin. Niemand soll nach der Entlassung aus dem Krankenhaus alleine gelassen werden. Zahlreiche Selbsthilfegruppen und weitere Angebote werden von den Experten der Krebsberatungsstelle vermittelt.

Abgerundet wurde das Angebot durch zahlreiche Informationsstände der Tumorzentren und Selbsthilfegruppen.

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MAgKs_Patiententag-2016.pdfpdf1.81 MB