Der Geschäftsführer der Raphaelsklinik, Martin Kösters (l.) und die Leiterin der Abteilung, Anja Meyer (r.), freuen sich über die neue Zentrale Sterilgutversorgungs-Abteilung.

Neue Zentralsterilisation

[31.01.2003]

"Mit dieser Anlage sind wir technisch auf dem neuesten Stand!" ist sich Anja Meyer, die technische Sterilisationsassistentin und Leiterin der neuen Zentralsterilisation der Raphaelsklinik sicher. Jeder Tupfer, jede Pinzette und jedes Skalpell, das irgendwann bei der Behandlung eines Patienten eingesetzt werden wird, durchläuft in der neuen Abteilung im Untergeschoss der Klinik einen komplizierten Prozess der Reinigung und Sterilisation.

In großen Metallsieben werden dabei die speziellen Instrumente zusammengefasst, die für bestimmte Eingriffe benötigt werden. "Dies hier ist zum Beispiel ein Set, das im OP für Bauchoperationen benötigt wird." erklärt Meyer sachkundig die unüberschaubare Vielzahl an Klammern, Scheren und Haken, die penibel sortiert auf einem Sieb aus der Reinigungskammer kommen. Nach der anschließenden Funktionskontrolle werden sie bei 134 Grad etwa eine Stunde lang in der Dampfkammer sterilisiert.

Elektronisch wird während des gesamten Prozesses aufgezeichnet, wann jedes Instrumentensieb durch welche Apparatur gelaufen ist, was dort mit ihm geschehen ist und welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Gegenständen in Kontakt kamen. Diese Informationen werden gespeichert und der Patientenakte beigefügt, so dass es auch Monate nach einem Eingriff möglich ist, den genauen Reinigungsablauf zurück zu verfolgen.

Wenn nach der insgesamt rund vierstündigen Prozedur auch dem letzten versteckten Keim der Garaus gemacht wurde, ist das höchstmögliche Maß an Sicherheit vor Infektionen während eines Eingriffs durch eventuell verunreinigte Instrumente erreicht. Gefordert wird dieser hohe Aufwand vom Medizinproduktegesetz und den Notwendigkeiten des Qualitätsmanagements, die auch den fünf Mitarbeiterinnen der Abteilung viel Sachkenntnis abverlangen.

Spezielle Schulungen waren notwendig, um hier eingesetzt werden zu können. Der operierende Arzt oder die OP-Schwester merken unterdessen wenig von der Leistung der Hightech-Anlage im Untergeschoss der Raphaelsklinik. Für sie und den Patienten entstehen durch die neue Zentralsterilisation kein Mehraufwand, nur ein Mehr an Sicherheit.