Neuer CT an der Raphaelsklinik

[14.04.2003]

Seit im Jahr 1979 der Nobelpreis für Medizin für die Entwicklung der Computertomographie vergeben wurde, machten diese außergewöhnlichen Diagnosegeräte eine rasante Entwicklung durch. Eines der modernsten Geräte steht seit neuestem in der Raphaelsklinik. Was auf den ersten Blick wie ein Flugzeugtriebwerk aussieht, ist die üblicherweise geschlossene Vorderseite des neuen Computertomographen (CT) der Firma Toshiba. Das Gerät gehört zu den schnellsten, die derzeit weltweit im Einsatz sind. In nur zwei bis drei Minuten kann der Patient vom Scheitel bis zur Sohle inklusive Knochen und inneren Organen mit sehr großer Detailgenauigkeit dargestellt werden.

Lunge oder Bauchorgane sind in wenigen Sekunden untersucht, selbst feinste Gefäße des schlagenden Herzens werden dabei deutlich sichtbar, so dass in vielen Fällen auf belastendere (invasive) Untersuchungsmethoden verzichtet werden kann.

Durch die gleichzeitige Aufnahme von 16 Schichten ist das Gerät rund zwölf Mal schneller als bisherige CT, pro Bild werden lediglich 50 Millisekunden benötigt. Einen halben Millimeter ist jede Schicht dabei dünn. Der Computer errechnet aus den gewonnenen Daten ein gestochen scharfes Bild, auf Wunsch dreidimensional und in Farbe. Wer also zukünftig in der Raphaelsklinik zur Untersuchung „in die Röhre“ muss, braucht nur noch für kurze Zeit die Luft anzuhalten. Das verwendete Kontrastmittel wird niedrig dosiert, so dass die körperliche Belastung für den Patienten gering gehalten wird.

Auch die Strahlenmenge wurde durch den Einsatz empfindlicher Sensoren auf ein Minimum reduziert. Die Qualität der Abbildung hingegen übertrifft alle anderen weltweit im Einsatz befindlichen CT-Geräte bei vergleichbar geringer Schichtstärke bei weitem. Dies liegt unter anderem daran, dass durch die kürzere Untersuchungszeit auch bei unruhigen Patienten oder Kindern weniger „Verwacklungen“ bei den gewonnenen Bildern auftreten. „Wir können zum Beispiel bei Unfallopfern, die häufig mehrere sehr unterschiedliche Verletzungen aufweisen, durch das neue Gerät in Sekundenschnelle die richtigen Entscheidungen treffen.

Auch bei Herzerkrankungen sind Aufnahmen mit bislang nicht gekannter Genauigkeit möglich. Dies kann im Ernstfall Leben retten.“, beschreibt der Chefarzt der Radiologie der Raphaelsklinik, Dr. Rolf Cromme, die Vorzüge des Gerätes. Auch bei der Planung von Operationen ist der neue CT eine wertvolle Hilfe. Die Liegefläche ist ungewöhnlich lang, dadurch lassen sich größere Abschnitte des Patienten in einem Durchgang untersuchen. Der Computertomograph wird in Zukunft nicht nur den Patienten der Raphaelsklinik zu Gute kommen, auch niedergelassene Ärzte und die Radiologen im Ambulanzzentrum der Klinik werden von dem neuen Stück Hightech profitieren.