300 Mediziner informierten sich während des Endoprothetikforums auf Gut Havichhorst über aktuelle Neuerungen auf dem Gebiet des künstlichen Hüftgelenks.
300 Mediziner informierten sich während des Endoprothetikforums auf Gut Havichhorst über aktuelle Neuerungen auf dem Gebiet des künstlichen Hüftgelenks.
Zahlreiche Aussteller zeigten ihre Produkte während der begleitenden Industriemesse.
Organisierten das Forum (v.l.): Dr. Bernhard Egen, Priv.-Doz. Dr. Robert Hube und Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff
300 Mediziner informierten sich während des Endoprothetikforums auf Gut Havichhorst über aktuelle Neuerungen auf dem Gebiet des künstlichen Hüftgelenks.
Anregende Gespräche in entspannter Atmosphäre kennzeichnen das erfolgreiche Endoprothetikforum.
Ankündigung für 2016: Bereits kurz nach der Tagung lagen 100 Anmeldungen für das kommende Jahr vor.
Anregende Gespräche in entspannter Atmosphäre kennzeichnen das erfolgreiche Endoprothetikforum.

Neues zum künstlichen Hüftgelenk

[23.03.2015]

Mit rund 200.000 Operationen pro Jahr ist das Implantieren eines künstlichen Hüftgelenks der häufigste orthopädische Eingriff in Deutschland. Während des zweitägigen Endoprothetikforums auf Gut Havichhorst informierten sich 300 Ärzte aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland über aktuelle Neuerungen auf diesem Gebiet und diskutierten kontroverse Themen wie den häufig geäußerten Vorwurf, dass in Deutschland zu schnell und zu oft künstliche Gelenke implantiert werden würden.

Tatsächlich nimmt Deutschland in diesem Bereich weltweit eine Spitzenposition ein, aufgrund der öffentlich geführten Diskussion sind die Zahlen in den letzten Jahren leicht rückläufig. Allerdings, so die Experten, seien die Implantate auch nirgendwo so günstig wie in Deutschland. Während ein künstliches Hüftgelenk in Indien zum Beispiel etwa 20.000 Dollar kostet, muss in Deutschland nur rund ein Fünftel dieser Summe auf den Tisch gelegt werden. Was auf der einen Seite der Kostensenkung im Gesundheitswesen dient, kann auf der anderen Seite zu Nachteilen für die operierenden Kliniken führen. So wird dadurch der heimische Markt für viele Hersteller unattraktiver, die Unterstützung bei technischen Fragen läuft zunehmend schleppender.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung, die jährlich vom Zentrum für Endoprothetik und Gelenkchirurgie der Raphaelsklinik organisiert wird, war die Sicherheit im OP. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine spezielle Checkliste veröffentlicht, die Fehler bei der Behandlung von Patienten im Krankenhaus verhindern soll. So sollten beispielsweise im Krankenzimmer nicht zwei Patienten mit dem gleichen Nachnamen zusammengelegt werden, um Verwechslungen zu vermeiden. Bevor es im OP losgeht, empfiehlt die WHO das sogenannte Team-Time-Out, bei dem alle Anwesenden die Art des Eingriffs und die Identität des Patienten bestätigen. Diese Checklisten sind nicht verpflichtend, haben aber in Studien ihre Wirksamkeit bereits bewiesen. Allerdings müssen geltende Sicherheitsstandards innerhalb des Teams gut bekannt sein, damit zum Beispiel aufgezeichnete Markierungen auf dem zu operierenden Bein nicht falsch interpretiert werden, erläuterten die Experten während des Forums.