Niedergelassene Ärzte informieren sich in der Raphaelsklinik über Gonarthrose

[20.07.2003]

Die Arthrose, also der zunehmende Verschleiß der Gelenke, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Skelettsystems. Die Ursachen für diese schmerzhafte Erkrankung, die besonders häufig die Kniegelenke betrifft, liegen in der Überalterung der Gesellschaft, falsch verstandenem Ehrgeiz beim Sport und vor allem beim Übergewicht. Was mit Steifheits- und Spannungsgefühlen beginnt, kann mit ständigen Schmerzen enden, die das Gehen fast unmöglich machen.

80 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte informierten sich in der Raphaelsklinik während eines Symposiums der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie unter der Leitung des Chefarztes Priv.-Doz. Dr. Gunnar Möllenhoff über den aktuellen Stand von Therapie und Forschung bei verschleißbedingten Erkrankungen des Kniegelenkes (Gonarthrose).

Das beschädigte Knorpelgewebe des Gelenks kann durch Medikamente, zu denen auch viele Naturheilmittel zählen, nicht wiederhergestellt werden. Daher haben entsprechende Präparate, wie die Priv.-Doz. Dr. Susanne Fuchs von der Klinik für allgemeine Orthopädie der Universität Münster in ihrem Beitrag erläutert, in erster Linie schmerzstillende Wirkung.

Wenn es zur Operation kommt, steht in der modernen Medizin ein breites Spektrum an Möglichkeiten zur Verfügung, das von Priv.-Doz. Dr. Christoph Erggelet vom Department für Orthopädie und Traumatologie der Universität Freiburg umrissen wird. Ermutigende Frühergebnisse liefert hierbei in neuester Zeit die Transplantation von Knorpelgewebe. Eine Operationsform, die allerdings nicht für jeden Patienten in Frage kommt, wie der Experte einschränkend erläutert.
Prof. Dr. Martin Starker von der Klinik für Orthopädie am St. Johannes- Hospital in Duisburg-Hamborn schildert Erfolge bei der Umstellungsosteotomie. Hier wird der Knochen operativ durchtrennt und in einem leicht veränderten Winkel wieder zusammengesetzt, so dass die Belastungen für das geschädigte Knie günstiger verteilt werden. Der Einsatz einer Knieprothese kann auf diese Weise um Jahre hinausgezögert werden.

Auch auf dem Gebiet der Implantation künstlicher Kniegelenke macht die Medizin große Fortschritte. Gegenwärtig werden in Deutschland jährlich etwa 60.000 solcher Endoprothesen implantiert, Tendenz stark steigend. Wie die moderne Technik dem Chirurgen und damit auch dem Patienten bei solchen Eingriffen hilft, erläutert Dr. Matthias Wiese von der Orthopädischen Universitätsklinik des St. Elisabeth-Hospitals in Bochum. Neue Perspektiven bietet hierbei die computergestützte Navigation bei der Implantation künstlicher Gelenke, wie sie in der Raphaelsklinik kürzlich eingeführt wurde. Sie erhöht die Präzision bei der Implantation deutlich. Auf lange Sicht ist damit eine längere Haltbarkeit und Stabilität des Gelenks zu erwarten.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellt Dr. Stefan Schüling vom Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZaR) in Münster die Möglichkeiten der Nachbehandlung durch krankengymnastische Methoden dar. Fazit der Veranstaltung ist, dass es gegenwärtig keinen „Königsweg“ für die Therapie der Gonarthrose gibt. Der Arzt wird gemeinsam mit seinem Patienten individuell das optimale Behandlungsverfahren auswählen.