Patientenseminar "Diabetes" in Zusammenarbeit mit der BARMER Ersatzkasse

[07.03.2005]

Erstmals haben die Barmer Ersatzkasse und die Raphaelsklinik gemeinsam zum Patientenseminar aufgerufen und der volle Vortragssaal der Klinik machte deutlich, dass offenbar großer Informationsbedarf zum Thema des Abends bestand. Die interessierten Zuhörer hatten eines gemeinsam, sie leiden an der "Zuckerkrankheit" (Diabetes).

Es hat sich in den letzten Jahren viel getan bei der Erforschung der Volkskrankheit Diabetes Mellitus Typ 2 wie sie korrekt heißt. War die Medizin bis vor kurzer Zeit noch davon überzeugt, dass es ausreicht, den Blutzuckerwert durch entsprechende Medikamente im Normalbereich zu halten, sind sich die Fachleute heute sicher, dass auch die penible Überwachung von Herz, Nieren und Blutdruck von großer Bedeutung für die Gesundheit und somit die Lebensqualität des Patienten sind. "Der Blutdruck muss bei Diabetikern optimal überwacht und gegebenenfalls durch Medikamente eingestellt sein, ansonsten hilft die beste Blutzuckereinstellung nichts!" weiß der ärztliche Direktor der Raphaelsklinik und Moderator des Abends Prof. Dr. Claus Spieker aus zahlreichen Untersuchungen und der eigenen Praxis.

Um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten, müssen also Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen Hand in Hand arbeiten, "Integrative Versorgung" nennt sich dieses Behandlungsmodell der Zukunft. Hausarzt, Diabetologe, Herzspezialist und Krankenhaus müssen koordiniert zusammenwirken, Nieren, Herz und Blutgefäße laufend überwacht werden, damit das Fortschreiten der häufigen Begleiterscheinungen des Diabetes verlangsamt wird. Die notwendigen Untersuchungen sind schnell und einfach, eine Schädigung der Nieren beispielsweise kann bereits durch eine einfache Urinuntersuchung sehr früh erkannt und  Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden.

Die Podologin Kerstin Osthues erläutert den Zuhörern die Bedeutung der eingehenden Fußuntersuchung bei Diabetikern, die oft unter Empfindungsstörungen leiden und somit nicht bemerken, wenn die Schuhe zu eng sind oder zum Beispiel ein Steinchen für gefährliche Druckstellen sorgt. „Was am Fuß passiert kommt im Kopf nicht an“  bringt es Osthues auf den Punkt.

Auch Dr. Marco Castrucci hat Erfahrungen mit dem Problem des verringerten Schmerzempfindens bei Diabetikern gesammelt „Es kann vorkommen, dass ein Diabetiker selbst einen Herzinfarkt nicht bemerkt“  berichtet der Herzspezialist aus dem Ambulanzzentrum an der Raphaelsklinik.
Fazit des Patientenseminars: Wenn Patient und Arzt diszipliniert zusammenarbeiten, hat ein Diabetiker gute Aussichten auf ein Leben ohne größere Beeinträchtigungen.