Der Künstler Gerhard Pleger (li.) und PfarrerGünter Weigand bei der Ausstellungseröffnung in der Raphaelsklinik.

Raphaelsklinik zeigt „Triptychon zum Mauerfall“

[03.11.2009]

Raphaelsklinik zeigt „Triptychon zum Mauerfall“

Hautnah erlebte Gerhard Pleger seinerzeit die Repressalien beim Grenzübertritt, wenn er Verwandte in der DDR besuchen wollte. Dunkel und grau hat er das Land auf der anderen Seite der innerdeutschen Grenze in Erinnerung, „So grau, dass ich am liebsten mit einem Flugzeug darüber geflogen wäre, um Farben abzuwerfen“, wie er meinte. Umso tiefer bewegten ihn die Ereignisse vor 20 Jahren, als die Mauer von den Bürgern der DDR friedlich zu Fall gebracht wurde.

Der ehemalige Dekanatskirchenmusiker aus Münster hat seine Empfindungen in einem eindrucksvollen Triptychon malerisch umgesetzt, das gegenwärtig im Foyer der Raphaelsklinik ausgestellt wird. Das zentrale Bild zeigt eine Gruppe zusammengedrängter Menschen, die von einem bläulichen Licht erhellt wird, eingerahmt wird es von der Darstellung zweier Personen, die über die fallende Mauer triumphieren und der Darstellung eines Vogels, der die Sperranlagen überwindet. Pfarrer Günther Weigand, der als Klinikseelsorger der Raphaelsklinik den Gästen der Ausstellungseröffnung seine Gedanken zu Plegers Triptychon näher brachte, sah Parallelen zur Geschichte des Volkes Israel, das von den Babyloniern überfallen und verschleppt wurde. Die Befreiung durch die Perser und die Rückkehr in die Heimat nach 50 Jahren in Unfreiheit und Identitätsverlust erinnerte den katholischen Theologen an das Ende der deutschen Teilung und die Freude über die wiedererlangte Freiheit. „Ich habe die Bilder bewusst plakativ gehalten, um dem Betrachter möglichst breiten Raum bei der Interpretation zu lassen“ erläuterte der Künstler.

Das Triptychon ist noch bis zum 28. November täglich von 9 bis 19 Uhr im Foyer der Raphaelsklinik zu sehen.

(Michael Bührke)