Edeltraut Hein freut sich, dass Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann (l.) und Dr. Frank Fischer die Operation an der Bauchspeicheldrüse bei ihr wagten.

Schwieriger Eingriff an der Bauchspeicheldrüse geglückt

[05.01.2015]

Ihre Tochter Silke bemerkte es als erste, auch Hündin Cora witterte Unheil, „Der Hund konnte mich einfach nicht mehr riechen und drehte sich weg, wenn ich ihn streicheln wollte“, berichtet Edeltraut Hein. Während sie selber sich vollkommen gesund fühlte, erkannte die Tochter bei ihrer Mutter eine beunruhigende Hautveränderung. Die Mainzerin ging daraufhin zu ihrem Hausarzt, zunächst ohne Ergebnis. Auf Drängen seiner Patientin untersuchte er jedoch das Blut auf sogenannte Tumormarker und wurde fündig. Weitere Untersuchungen zeigten eine gefährliche Wucherung an der Bauchspeicheldrüse.

„Der Tumor lag sehr ungünstig“, erläutert der Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann. Große Blutgefäße, die zur Leber führen, waren mitbetroffen. Hoffnung gab es für die 65-Jährige nur noch in Heidelberg in Form eines der weltweit modernsten Geräte zur Bestrahlung von Tumoren, eines riesigen, 120 Millionen Euro teuren Teilchenbeschleunigers. Zwar war der Tumor nach vier Wochen Bestrahlung mittels der Protonentherapie stark zurückgegangen, operativ entfernt werden musste er aber dennoch. Die Chirurgen in Heidelberg winkten ab, noch immer erschien ihnen ein Eingriff zu gefährlich. „Ich bin immer angetreten und bin von mir aus aktiv geworden“, sagt Edeltraut Hein, aufgeben kam für sie nicht in Frage.

Im Internet stieß ihre Tochter dann auf das Bauchspeicheldrüsenzentrum der Raphaelsklinik und nahm Kontakt auf. Hoffmann und der leitende Oberarzt Dr. Frank Fischer berieten sich, sichteten die Unterlagen, führten Untersuchungen durch und wagten letztlich den diffizilen Eingriff. Mit Erfolg. „Frau Hein hat eine anatomische Variante, bei ihr liegen drei Leberarterien vor. Nur eine Arterie war vom Tumor betroffen, die wir bei der Operation auf eine gesunde Arterie umsetzen konnten“, erläutert Prof. Hoffmann. Eine Besonderheit, die den Chirurgen bei ihrer Arbeit geholfen hat. Sechs Stunden dauerte die Operation vor elf Tagen, inzwischen fühlt sich Edeltraut Hein wieder fit und hat zwei klare Ziele vor Augen: „Schnell wieder nach Hause und dann mit dem Gewicht rauf, ich habe in der letzten Zeit sehr stark abgenommen.“