Prof. Dr. Jörn Steinbeck berichtet über die Endoprothetik bei Schultergelenken.
Auf der begleitenden Industriemesse
Die Auswahl an Produkten ist auch bei künstlichen Gelenken groß.
Ein Navigationsgerät gibt während der Operation Hinweise auf die richtige Position des künstlichen Gelenks.

Sicherheit geht im OP vor

[08.03.2013]

Wer sich operieren lässt, muss schon ein hohes Maß an Vertrauen mitbringen, schließlich verschläft der Patient im Fall einer Vollnarkose den Eingriff und andere Menschen übernehmen für ihn die Kontrolle. Um Fehler zu vermeiden, wird hinter den Kulissen im Krankenhaus von den Ärzten und der Pflege ein hoher Aufwand betrieben, es gibt Checklisten und umfangreiche Kontrollen sowohl vor als auch nach der OP und das trotz chronischen Zeitmangels.

„Der Mehraufwand geschieht im Interesse der Patientensicherheit, da kann man keine Kompromisse eingehen“ meint Dr. Bernhard Egen, leitender Oberarzt der orthopädischen Chirurgie an der Raphaelsklinik.Während des von ihm und dem Chefarzt der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff, organisierten Endoprothetikforums auf Gut Havichhorst stand daher das Thema „Sicherheit im OP“ im Fokus. Vor der Narkose wird der Patient zum Beispiel nach seinem Namen gefragt. Was selbstverständlich klingt, ist jedoch ein wichtiges Instrument zur Vermeidung von Verwechslungen, „Dabei ist es wichtig, keine Fragen zu stellen, die mit ‚Ja’ oder ‚Nein’ beantwortet werden können. Wenn Sie einen Patienten fragen, ob er ‚Meier’ heißt werden das viele bestätigen, auch wenn sie eigentlich ‚Müller’ heißen. Das liegt an den Medikamenten und der Aufregung vor der OP“ berichtet Dr. Götz von Förster, der als Ärztlicher Direktor des Hamburger Krankenhauses Tabea zusammen mit Egen und Möllenhoff die wissenschaftliche Leitung des Forums übernommen hat.

Bevor es ans Operieren geht, findet das sogenannte Team-Time-Out statt, bei dem der OP-Pfleger alle wichtigen Daten wie den Patientennamen, den vorzunehmenden Eingriff und weitere Informationen aufruft, die von allen Beteiligten bestätigt werden müssen. Auch bei den Firmen, die künstliche Gelenke herstellen, liegt die Latte hoch. „Wenn bei uns der Laster mit dem Metall auf das Gelände fährt, wird sofort ein Stück von der Lieferung abgesägt und im Labor eingehend analysiert. Erst dann darf das Fahrzeug weiterfahren“ berichtet ein Mitarbeiter der Firma B.Braun, die ihre Hüft- und Knieprothesen auf der begleitenden Industriemesse vorstellte.

Das jährliche Endoprothetikforum der Raphaelsklinik findet bereits zum zehnten Mal auf Gut Havichhorst statt, „Wenn das zweitägige Forum vorüber ist, liegen bei uns immer schon hundert Anmeldungen für das kommende Jahr vor, obwohl das Programm noch gar nicht bekannt ist“ freut sich Dr. Bernhard Egen über den Erfolg der Veranstaltung.