Telefonaktion: Sodbrennen – selber löschen?

[14.06.2007]

Experten der Raphaelsklinik bieten am Donnerstag, 14.06. von 17.00 bis 20.00 Uhr eine telefonische Sprechstunde zum Thema „Sodbrennen“ an. Der Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Priv.-Doz. Dr. Ulrich Peitz (0251.5007-2312), steht mit dem Oberarzt der Abteilung Chirurgie I, Dr. Frank Fischer (0251.5007-2321) und dem Facharzt der Abteilung für Gastroenterologie, Dr. Atik Üre (0251.5007-2313) für alle Fragen rund um die schmerzhafte Erkrankung Rede und Antwort. Die bundesweite Aktion wird organisiert von der Gastro-Liga.

Sodbrennen - viele kennen den brennenden Schmerz hinter dem Brustbein, der von der Magengegend bis zum Hals aufsteigen kann. Häufig wird Sodbrennen durch den Verzehr von üppigen Mahlzeiten oder von bestimmten Genussmitteln wie Alkohol, Koffein oder Schokolade ausgelöst. Sie regen die Produktion von Magensäure an, die dann in die Speiseröhre zurückfließen und das unangenehme Brennen verursachen kann.

Sodbrennen ist das Hauptkrankheitszeichen der gastrooesophagealen Refluxkrankheit, die durch Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre entsteht. Normalerweise bewirkt ein Ringmuskel am unteren Ende der Speiseröhre, dass beim Schluckakt zwar Speise von der Speiseröhre in den Magen gelangen kann, jedoch nicht umgekehrt. Bei Menschen mit gastro-oesophagealer Refluxkrankheit ist die Funktion dieses Ringmuskels gestört. Gelegentliches Sodbrennen stellt noch keine Krankheit dar. Erst wenn die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt ist oder sich die Speiseröhre dauerhaft verändert, wird das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre zur Krankheit.

Etwa 10 - 20 % der Bevölkerung empfinden Sodbrennen so häufig oder so stark, dass ihr Wohlgefühl und ihre täglichen Verrichtungen dadurch erheblich eingeschränkt werden. Jeder 2. Betroffene behandelt gelegentliches Sodbrennen selbst. Treten die Beschwerden jedoch wiederkehrend auf oder halten sie mehr als 2 Wochen ununterbrochen an, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen. Denn die Speiseröhrenschleimhaut kann Schaden nehmen, wenn der Rückfluss von saurem Mageninhalt sehr stark ist und die Magensäure über längere Zeit in der Speiseröhre verweilt. Schwerwiegendste Folge für die Speiseröhre können gutartige oder bösartige Verengungen sein. Der durch Reflux bedingte Krebs der unteren Speiseröhre ist eine seltene Tumorart, deren Häufigkeit jedoch in den letzten 30 Jahren schneller als andere Krebsarten zunimmt.

(Michael Bührke)