Thema Brustkrebs: Frühzeitige Diagnose ist entscheidend

[07.10.2005]

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 50.000 Frauen an Brustkrebs, 40% der Betroffenen sterben an den Folgen dieser Krankheit. Unter der Leitung des Chefarztes der Frauenklinik der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Withold Dame, fand ein interdisziplinäres Symposium unter dem Titel „Mamma-Carcinom – Quo vadis?“ statt, bei dem sich niedergelassene Ärzte in der Klinik über den neuesten Stand der Forschung informieren konnten.

„Dass so viele Frauen an Brustkrebs sterben müssen liegt in erster Linie daran, dass zum Zeitpunkt der Erkennung der Krankheit oftmals bereits Metastasen im Körper entstanden sind.“ verdeutlicht Dame die Hauptursache für die viel zu hohe Zahl von Todesfällen in Deutschland. Ziel muss also sein, da sind sich die Experten des Symposiums einig, die Tumoren möglichst frühzeitig zu erkennen um sie dann zielgerichtet zu behandeln.

Dr. Wilfried Berning, Oberarzt der Radiologischen Abteilung des Clemenshospitals, zeigt in seinem Vortrag die Vorteile der Mammographie durch den Magnetresonanztomographen auf, durch die häufig bereits sehr kleine Veränderungen in der Brust erkannt werden können, die bei der Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung noch nicht sichtbar sind.

Dr. Florin Pernes ist Oberarzt der Gynäkologie an der Raphaelsklinik und berichtet von seinen Erfahrungen mit modernen Hochleistungs-Ultraschallgeräten und der sogenannten Vakuum-Biopsie, mit der bis zu zwei Zentimeter große gutartige Knoten in lokaler Betäubung entfernt werden können, was eine deutlich geringere Belastung für die Patientinnen bedeutet.

Der Chefarzt der Radiologie und Nuklearmedizinischen Abteilung der Raphaelsklinik, Dr. Rolf Cromme, konnte Ergebnisse mehrjähriger Erfahrungen bei der Markierung des sogenannten Wächter-Lymphknotens demonstrieren. Diese Untersuchung kann der betroffenen Frau oft die Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle ersparen. Ein Eingriff, der häufig zum unangenehmen und schmerzhaften Anschwellen des Armes führt, zum gefürchteten Lymphödem. Selbst nicht tastbare, kleinste, in der Mammographie erkennbare tumorverdächtige Kalkansammlungen können in der Raphaelsklinik heutzutage mit modernsten Verfahren ebenfalls in Lokalbetäubung entfernt werden. Auf diese Weise müssen nur noch solche Patientinnen operiert werden, bei denen auch tatsächlich ein bösartiger Tumor vorliegt.

„Mit ihrer technischen Ausstattung wie zum Beispiel den Positronen-Emissions-Tomographen (PET), bietet die Nuklarmedizinische Abteilung der Raphaelsklinik als eine der wenigen Kliniken landesweit das gesamte Spektrum der modernen Diagnose und Therapie unter einem Dach“ hebt Cromme die Vorzüge seiner Abteilung hervor.

Aus der Marburger Universitäts-Frauenklinik reiste der Oberarzt Priv.-Doz. Dr. Christian Jackisch an, um über die Möglichkeiten der Behandlung des Brustkrebses durch Medikamente zu berichten. So ist die Wahl der richtigen Therapie unter anderem stark vom Alter der Patientin abhängig. Moderne Medikamente können die Gefahr eines Rückfalls nach einer erfolgreichen Behandlung halbieren. Diese Therapien haben allerdings ihren Preis. Der Experte warnt davor, dass die Art der Krankenversicherung zukünftig über Leben und Tod der Erkrankten entscheiden könnte.

Dass die Diagnose Brustkrebs zu starken psychischen Belastungen bei den betroffenen Frauen führt und wie der Arzt diesen Problemen begegnen kann, erläuterte der Münsteraner Facharzt für Allgemeinmedizin, Dr. Gregor Sträter zum Abschluss der Veranstaltung.