Der münstersche Architekt Stefan Rethfeld vermittelt spannende Informationen zu Münsters Architektur
Die Dachterrasse der Raphaelsklinik bietet einen einmaligen Blick über Münsters Altstadt
Der münstersche Architekt Stefan Rethfeld vermittelt spannende Informationen zu Münsters Architektur
Wer nicht an der Führung teilnehmen konnte, kann dennoch einen Blick vom Hochhaus der Raphaelsklinik werfen, die Webcam sendet rund um die Uhr.

Über den Dächern von Münster

[19.08.2011]

Wenn das Wetter mitspielt, reicht der Blick von der Dachterrasse der Raphaelsklinik bis zum Teutoburger Wald oder ins Ruhrgebiet. Ganz so viel Glück hatte die Gruppe um den münsterschen Architekten Stefan Rethfeld nicht, aber es ging bei der Führung über den Dächern von Münster auch nicht um die landschaftlichen Reize des Münsterlandes sondern um die architektonischen Besonderheiten der Stadt. Die ansonsten nicht öffentlich zugängliche Dachterrasse wurde für die Teilnehmer einer Stadtführung während der Aktion „Bettgeflüster“ geöffnet und bot einen ungewöhnlichen Blick auf die Bebauung der Stadt.

Historische Gebäude wie das Schloss, der Dom oder die St. Lamberti-Kirche wurden von Rethfeld ebenso vorgestellt wie das Iduna-Hochhaus, der LVM-Büroturm oder die auffälligen Giebelhäuser des nahegelegenen Hanse-Carrés.

Spannende Geschichten wusste der Architekt auch über das Gebäude zu berichten, auf dessen Dach die Gruppe stand, dem denkmalgeschützten Teil der Raphaelsklinik, Münsters erstem Hochhaus. Als Ende der 1920er Jahre mehr Platz für Patienten geschaffen werden musste, zur Bebauung aber nur die Fläche eines halben Handballfeldes zur Verfügung stand, blieb den Clemensschwestern nur der Bau eines Hochhauses. Architekt war der Regierungsbaumeister Carl Brocker. Das Kupferdach ist geprägt vom Expressionismus und sollte der Stadt eine Krone aufsetzen, wie Rethfeld berichtet.

Pünktlich zum Abschluss des Ausflugs auf das Klinikdach begannen um zwölf Uhr die Kirchenglocken Münsters zu läuten, die perfekte Kulisse, um ein letztes Mal den Blick über die Dächer der Stadt schweifen zu lassen, bevor sich die Türen zur Dachterrasse für die Öffentlichkeit wieder schlossen.

Wer nicht an der Führung teilnehmen konnte, kann dennoch einen Blick vom Hochhaus der Raphaelsklinik werfen, die Klinik-Webcam sendet rund um die Uhr.