Olaf Hagedorn, der gastroenterologische Oberarzt Dr. Tobias Bethge und Dr. Frank Fischer (v.l.) vom Darmkrebszentrum betreuen Gudrun Bornhardt in der Raphaelsklinik.

Viele Fragen vor und nach einer Operation

[04.11.2014]

„Keine falsche Scham, keine Angst, gehen Sie zur Vorsorgeuntersuchung!“ Gudrun Bornhardt legt diesen guten Rat heute jedem ans Herz. Noch vor einem Jahr hatte sie über dieses Thema kaum nachgedacht.  Beim Türkei-Urlaub traten dann jedoch plötzlich Verstopfungen auf, Abführmittel halfen zwar zunächst aber die Hiltruperin war beunruhigt. Die Darmspiegelung brachte es dann an den Tag: Ein Tumor engte den Darm ein, eine Operation war unumgänglich.

Im Darmkrebszentrum der Raphaelsklinik erfolgte vor zwei Wochen der Eingriff. Die OP war erfolgreich, Chemotherapie und Bestrahlung sind bislang weit weniger belastend als befürchtet. Aus medizinischer Sicht ist dieser Fall für die Experten des Darmkrebszentrums Routine, für Gudrun Bornhardt war die Diagnose „als ob mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen hätte.“

Dr. Frank Fischer, leitender Oberarzt an der Raphaelsklinik, weiß aus der täglichen Praxis, dass es nur mit einer Operation nicht getan ist: „Viele Menschen haben vor und nach dem Eingriff noch Fragen, die über rein medizinische Aspekte hinausgehen.“ Oft kreisen diese Fragen um den künstlichen Darmausgang, das Stoma, das manchmal nach einer Darmkrebsoperation zumindest für einen Zeitraum von einigen Wochen notwendig ist. Olaf Hagedorn ist Wund- und Stomatherapeut an der Raphaelsklinik und beruhigt: „Moderne Produkte zur Stomaversorgung sind so sicher und einfach anzuwenden, dass die Lebensqualität weitestgehend erhalten bleibt.“

Um Betroffenen Ängste zu nehmen oder offene Fragen zu beantworten, veranstalten die Experten des Darmkrebszentrums am kommenden Samstag, 8. November, um 10 Uhr im Foyer der Raphaelsklinik, Loerstraße 23, einen Informationstag mit dem Titel „Leben nach einer Darmoperation“. Das Spektrum der Vorträge reicht von „Lebensqualität nach einer Darmoperation“ über „Operative Möglichkeiten zur Behandlung von Problemen“ bis zu Informationen über die Schmerz- und Palliativmedizin. Selbsthilfegruppen und die Krebsberatungsstelle Münster stellen sich vor. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, der Eintritt ist frei.

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